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Welche der folgenden Fähigkeiten/Eigenschaften würdest du dem BuVo-Vors zuordnen wollen und wie würdest du diese Bewerten: Erfahrung, Alter, Integrator, "Rampensau", Hardliner, Rethoriker, Digital Native, Manager, Sozialarbeiter, Präsentator,Moralist?

  • Sebastian Nerz

    Hmm, einem idealen Vorsitzenden müsste man natürlich unterstellen, dass er alles kann. Da eine reale Person natürlich niemals einem Ideal entsprechen kann, werden wir wohl Abstriche machen müssen ;)

    Ein idealer Vorsitzender …
    * Ist Organisator - bzw. jemand der im Blick haben muss, dass organisatorisch alles im Lot läuft. Er kann und muss nicht alles selbst machen, aber er muss einen Überblick bewahren und gegebenenfalls nachfragen oder Hilfe herbei schaffen.
    * Muss die Partei zusammen halten. Damit meine ich nicht, dass er Streit unterdrücken sollte - aber er muss dafür sorgen, dass Streit die Partei nicht zerstört. Er ist integrierend über die Fraktionen (vgl. einen idealen Bundespräsidenten)
    * Ist Repräsentant der Partei nach außen - nicht geil darauf seinen Namen zu lesen, aber immer bereit für die Partei einzustehen und sie auf Anlässen, gegenüber der Presse oder anderen Verbänden zu vertreten
    * Ist Impulsgeber und "Antreiber" - er muss polit. und organisatorischen Stillstand oder Rückschritt verhindern
    * Ist Kindergärtner und "Schulter zum ausweinen", Motivator und Schlichter
    * etc

    ;)

    Aber ich gehe mal die einzelnen Punkte durch:

    * Erfahrung - Nun ja, besonders viele politische Erfahrungen bringen wir alle nicht mit. Ich glaube aber dass ein BuVors es leichter haben wird, wenn er bereits Erfahrungen in einem Vorstandsamt hat. Sonstige Lebenserfahrungen schaden nie ;)

    * Alter - ich würde einen Minderjährigen nicht als BuVors wählen. Ansonsten hat es Vorteile, wenn man einen festen Job hat (sagte der Student). Aber das hilft eher im Privatleben ;)

    * Integrator - Definitiv wichtig. Ein Vorsitzender muss unterschiedliche Strömungen innerhalb der Partei zusammen bringen. Er kann niemals jeden repräsentieren, aber er sollte versuchen eher Frieden als Streit zu schlichten. Jemand der innerparteilich sehr polarisierend wirkt, wird damit vermutlich mehr Probleme haben als ein integrierender / vermittelnder Mensch

    * Rampensau - der Vorsitzende vertritt die Partei nach Außen. Er darf somit keine Probleme damit haben, wenn er öffentliche Reden halten soll, mit der Presse redet oder in Diskussionsveranstaltungen auftritt. Er muss auch in der Lage sein, sich kurzfristig in neue Themen einzuarbeiten. ABER: Es ist gefährlich, wenn der Vorsitzende das Rampenlicht um der Rampe willen sucht. Er muss die Partei vertreten - nicht seine Medienlust. Eine Rampensau sollte der Vorstand daher nicht sein. Eher ein Repräsentant.

    * Hardliner - Nein, vgl. Integrator. Er muss die Ziele der Partei vertreten und er sollte mMn bereit sind dies auch gegen Widerstand zu tun. Aber ein Hardliner i.S.v. kompromisslos schadet dem innerparteilichen Diskurs.

    * Rhetoriker - puh, der BuVors muss öffentliche Reden halten können. Ein Gysi muss er nicht sein, ein Stoiber ist aber auch eher schädlich.

    * Digital Native - es kann nicht schaden, wenn der BuVors versteht woher die Partei kommt. Er muss die Tools nutzen können und er muss die Digital Natives verstehen. Dafür ist es natürlich nützlich, wenn er selbst sich so sieht - aber es ist mMn nicht unbedingt Voraussetzung.

    * Manager - Definitiv. Der Vorsitzende leitet das Tagesgeschäft des Vorstandes - das ist u.A. eine Mischung aus Projektmanagement und NGO-Leitung ;)

    * Sozialarbeiter - Sozialarbeiter würde ich nicht sagen, nein. Der Vorsitzende muss vermitteln können. Er muss Piraten motivieren können und er muss Probleme beheben und gegebenenfalls Streit schlichten. Ein Sozialarbeiter hat darüber hinaus aber sehr viele Aufgaben, die ich dem Bundesvorsitzenden nicht unterstellen möchte.

    * Präsentator - Der Vorsitzende repräsentiert die Partei nach außen. Er muss also die Ziele und Ideen der Partei auch nach außen vermitteln können. Also ja.

    * Moralist - der Begriff ist sehr unterschiedlich belegt. Ein Moralist kann ein (zumeist heuchlerischer) Sittenwächter sein - das sollte der Vorsitzende nicht sein. Auch ein Prinzipienreiter ist eher schädlich, auch wenn der Vorsitzende sich an die innerparteilichen Regeln halten muss und wenn er die Einhaltung dieser Regeln z.T. überwachen muss. Ein Moralist i.S.d. französischen Moralismus wäre ein aufklärerischer Philosoph (unzureichend gekürzt) … aber das ist hier vermutlich nicht gemeint?

  • Sebastian Nerz

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