Wie wirst Du als Vorsitzender damit umgehen, das mit Jörg Tauss ein in "pikanter Angelegenheit" Vorbestrafter sowohl im LV BaWü als auch in der Bundespresse aktiv "mitmischt" und so die Geschicke der Partei nicht unmaßgeblich mit beeinflusst?

  • Matthias Pfützner

    http://twitter.com/tarzun hat mich heute per twitter in seiner unnachahmlichen Art darauf hingewiesen, daß ich bei der Beantwortung dieser Frage sicherlich etwas "faul" war. Und da er damit recht hat, hier also nochmal, in meinen eigenen Worten: Ich kenne Jörg Tauss nicht persönlich, folge ihm auf twitter, und lese gelegentlich mal sein Blog (wenn es aus twitter verlinkt ist). Daher kann ich mich, genauso, wie ich es auch auf der Vorbereitungsveranstaltung in Nürnberg getan habe, nur zu dem Tatbestand, und nicht zum Menschen äußern. Ich emfand sein damaliges Vorgehen als recht naiv, sogar unüberlegt und "dumm", daher hat mich die Anklage nicht überrascht. Auch das Urteil war für mich vorhersehbar. Für die Piratenpartei, genauso wie für unser Rechtssystem, gilt aber, daß nach Verbüßung der Strafe ein Mensch zwar als vorbestraft gilt, aber eben die Strafe "abgegolten" ist. Daher mag es "pikant" sein, um Deine Worte zu nutzen, einigen auch schwer zu akzeptieren fallen, da wir uns aber auch für die aktive Beteiligung von "Freibeutern" einsetzen, und sie sogar befürworten, spricht offiziell nichts dagegen, daß Jörg Tauss diese Möglichkeiten nutzt. Jörg Tauss ist nach seiner Verurteilung aus der Partei ausgetreten, und ist seither "Freibeuter". Ob er die "Geschicke der Partei so maßgeblich mit beeinflußt" obliegt aber den jeweiligen Parteitagen, denn dort werden die politischen Weichen gestellt. Um nun von dem durch Jörg Tauss' Verhalten uns "anhaftenden Makel" der "Kinderfickerpartei" loszukommen, wird es nicht helfen, ihm die Mitarbeit zu verbieten (was sich sicherlich manche wünschen, und was auch sicherlich ein "markantes Signal" wäre, unbestritten, aber: Wenn wir Jörg Tauss die Teilnahme an unseren offenen Mailinglisten, Foren, etc. verbieten wollten, dann müßten wir dies prinzipiell allen Freibeutern verbieten!), sondern kann nur dadurch gelingen, daß wir uns als Partei mit unseren Themen so klar in das Bewußtsein der Bevölkerung bringen, daß dieser Makel auf Dauer nicht mehr wiegt. Denn: Loswerden werden wir den Makel als Partei nicht mehr, er hängt uns an, leider.

  • Matthias Pfützner

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