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  1. All responses Most smiled responses
    1. Sab
    2. Sab

      Ich denke es gibt nicht DEN Mensch mit Mutismus. Das wird sicherlich ganz unterschiedlich sein. Je nach Charakter eben. Daher würde ich sagen weder noch und einfach normal. Und notfalls kann man einfach nachfragen, wie es für denjenigen am besten ist. Wichtig ist glaube ich nur, dass man sich durch ein Schweigen nicht einschüchtern lässt oder auf sich persönlich bezieht.

    3. Sab

      Nein, ehrlich gesagt nicht. Mag zwar naheliegend sein, dass wenn man mit dem Mund nicht sprechen kann, es mit den Händen versucht, aber Mutismus ist mehr so ein Eingefrorensein und ein Erstarren. Und deswegen waren mir in solchen Situationen auch Bewegungen unmöglich.

    4. Sab

      Ja, hab’ ich. Aber das ist schon eine Weile her. Das war in der Schule und einige Lehrer sahen darin ein sehr großes Problem, dass ich nicht sprach. Was ja an sich auch kein Problem ist, aber die Art und Weise wie sie damit umgingen, war es. Das krasseste, was ich erlebte, war mal das Wort verrückt vor der ganzen Klasse, weil ich einen Text nicht vorlesen konnte und da fing ich dann auch an zu weinen.

    5. Sab

      Die Frage haben mir schon einige von Euch gestellt, weil sie teilweise vermuten auch Mutismus zu haben oder sich irgendwie, irgendwo in meinen Worten wiederfinden. Ich habe gezögert sie zu beantworten, weil ich die Frage leider nicht wirklich beantworten kann, da ich nicht viel über Psychologie weiß. Und eigentlich möchte ich sie auch gar nicht beantworten. Dazu sind Ärzte und Therapeuten da, die wissen das besser. Ich weiß, dass man googeln kann und liest und dann denkt, ah, das könnte ich haben. Ging mir ähnlich. Aber will man letztendlich Sicherheit ob man auch betroffen ist oder nicht sollte man sich dabei therapeutischen Rat holen, bevor man sich irgendwo hinein steigert.
      Ich schreibe in dem Blog über mein Leben mit der Diagnose Mutismus, die ich von Ärzten bekommen habe. Darüber, wie es sich für mich anfühlt. Was genau Mutismus ist, wie es sein muss, damit man es Mutismus nennen darf, kann ich daher leider nicht beantworten.

      Dennoch habe ich oft darüber nachgedacht, was der Unterschied ist, weil die Gefühle ähnlich, wenn nicht sogar gleich sind. Und ich glaube der Unterschied liegt einfach im Schweigen. Wenn man mich angesprochen hat, habe ich geschwiegen. Kein einziges Wort gesagt. Ich kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder mich zu fragen, was andere Menschen über mich denken, schweigen. Ich glaube gerade bei seiner Sozialen Phobie ist es Betroffenen wichtig, was andere Menschen über sie denken, weil sie nicht komisch auffallen wollen. Mich konnten Menschen auf der Straße ansprechen und ich hatte den Mut einfach gar nichts zu sagen, weil ich es nicht konnte. Nichts. Kein einziges Wort. Nur Stille. Und ich glaube, das gibt es bei anderen “Krankheiten” nicht. Da mag einem das Sprechen vielleicht schwer fallen, aber dass man auch konsequent schweigt… Nein, ich glaube nicht. Wenn man schweigt, fällt man ganz sicher komisch auf. Und ich meine mit Schweigen nicht ein “freiwilliges” Schweigen, weil man gerade nichts sagen kann. Oder nichts zu sagen weiß. Ich habe immer in der Gegenwart fremder Menschen geschwiegen, selbst wenn sie mich angesprochen haben. Konsequent geschwiegen.

    6. Sab

      Die Frage haben mir schon einige von Euch gestellt, weil sie teilweise vermuten auch Mutismus zu haben oder sich irgendwie, irgendwo in meinen Worten wiederfinden. Ich habe gezögert sie zu beantworten, weil ich die Frage leider nicht wirklich beantworten kann, da ich nicht viel über Psychologie weiß. Und eigentlich möchte ich sie auch gar nicht beantworten. Dazu sind Ärzte und Therapeuten da, die wissen das besser. Ich weiß, dass man googeln kann und liest und dann denkt, ah, das könnte ich haben. Ging mir ähnlich. Aber will man letztendlich Sicherheit ob man auch betroffen ist oder nicht sollte man sich dabei therapeutischen Rat holen, bevor man sich irgendwo hinein steigert.
      Ich schreibe in dem Blog über mein Leben mit der Diagnose Mutismus, die ich von Ärzten bekommen habe. Darüber, wie es sich für mich anfühlt. Was genau Mutismus ist, wie es sein muss, damit man es Mutismus nennen darf, kann ich daher leider nicht beantworten.

      Dennoch habe ich oft darüber nachgedacht, was der Unterschied ist, weil die Gefühle ähnlich, wenn nicht sogar gleich sind. Und ich glaube der Unterschied liegt einfach im Schweigen. Wenn man mich angesprochen hat, habe ich geschwiegen. Kein einziges Wort gesagt. Ich kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder mich zu fragen, was andere Menschen über mich denken, schweigen. Ich glaube gerade bei seiner Sozialen Phobie ist es Betroffenen wichtig, was andere Menschen über sie denken, weil sie nicht komisch auffallen wollen. Mich konnten Menschen auf der Straße ansprechen und ich hatte den Mut einfach gar nichts zu sagen, weil ich es nicht konnte. Nichts. Kein einziges Wort. Nur Stille. Und ich glaube, das gibt es bei anderen “Krankheiten” nicht. Da mag einem das Sprechen vielleicht schwer fallen, aber dass man auch konsequent schweigt… Nein, ich glaube nicht. Wenn man schweigt, fällt man ganz sicher komisch auf. Und ich meine mit Schweigen nicht ein “freiwilliges” Schweigen, weil man gerade nichts sagen kann. Oder nichts zu sagen weiß. Ich habe immer in der Gegenwart fremder Menschen geschwiegen, selbst wenn sie mich angesprochen haben. Konsequent geschwiegen.

    7. Sab
    8. Sab

      Nein, das habe ich sogar schon einige Male gemacht. Müssten sogar um die 10 Mal gewesen sein, schätzungsweise. Und daraus sind sogar Freundschaften und mehr entstanden. Menschen aus dem Internet persönlich zu treffen, finde ich also kein großes Problem, weil ich, wenn Menschen allein sind, oft recht gut reden kann. Und mit den Menschen, die ich bisher getroffen habe, hatte ich auch schon längeren Kontakt, weswegen sie mir also nicht völlig fremd waren. Würde mir ein völlig fremder Mensch spontan ein Treffen vorschlagen, würde ich definitiv absagen. Aber ich denke, das wäre vielleicht auch ein Stück weit normal. Schließlich sollte man ja ein bisschen vorsichtig sein…

    9. Sab

      Hm, schwierige Frage. Ich weiß nicht, ist Mutismus eine Angststörung?
      Boris Hartmann (ein auf dem Gebiet bekannter Sprachtherapeut) schreibt das: “Die internationale Klassifikation der WHO ordnet den elektiven Mutismus unter die Gruppe “Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.” Damit wird das Schweigen als soziale Störung beschrieben. Allerdings mehren sich die Stimmen, die eine Subsumierung des Mutismus unter die Angststörungen postulieren.”
      Aber für mich selbst… Ja, teilweise habe ich Angst vor öffentlichen Aktivitäten und irgendwie auch vorm Reden. Allerdings kann ich ehrlich gesagt nicht beantworten, ob ich tatsächlich Angst vorm Reden an sich habe, oder den ganzen Kosequenzen, die damit zusammenhängen. Also eher Angst davor wieder nichts zu sagen, nicht zu wissen, was ich sagen kann oder Angst davor in Schweigen zu verfallen. Oder in eine Situation zu geraten, in der verlangt wird, dass ich etwas sage. Ich habe jede Menge Angst. Mein ganzes Leben besteht aus Angst. Und dieses komische Unwohlsein im Bauch kenne ich jeden Tag. Angst angesprochen zu werden, Angst nicht weiter zu wissen, Angst in Situationen zu geraten, die mir zu groß sind und Angst, dass etwas schief läuft. Aber ist das Angst vorm Reden an sich? Wie fühlt sich Angst vorm Reden an? Ich weiß es nicht… Vielleicht kann mir jemand (als Mutist) helfen, die Frage zu beantworten?!

    10. Sab

      Eigentlich gab es kein konkretes Schlüsselerlebnis, denn es war/ist vielmehr ein Prozess mit Fortschritten, vielen vielen Rückschritten und den Gedanken einfach aufzugeben.
      Ziemlich schlimm für mich war aber, als ich in einen Junger verliebt war und ich kein Wort mit ihm reden konnte und er immer wieder versuchte mit mir zu reden. Schlimm war lange Zeit auch, dass die meisten Menschen dachten, dass ich sie nicht leiden kann, obwohl es meistens nie so war. Und der Ärger darüber, dass ich mir durch die schlechten mündlichen Leistungen in jedem Schuljahr das Zeugnis sozusagen versaute.
      Aber das waren eher alles Gründe, weswegen ich irgendwann an ziemlich starken Depressionen litt und nicht mehr leben wollte. Also keine Schlüsselerlebnisse.

    11. Sab

      Das Haben an sich nicht. Es sei denn man unternimmt Dinge, die es schwieriger machen, weil man mit fremden Menschen sprechen muss. Beispiele wären andere Freunde der Freunde treffen oder Familie kennenlernen oder einkaufen beziehungsweise ins Kino gehen und Kinokarten kaufen zu müssen. Aber an sich mit dem Freund oder der Freundin reden, ist kein Problem, weil ich die Person ja kenne.
      Gut, wahrscheinlich ist es für die Freundschaft schwierig, wenn so viele Dinge drumherum schwierig sind, aber an sich das Haben einer Freundschaft ist nicht schwierig.
      Das Finden schon eher. Ich kann kaum Menschen einfach so ansprechen. In der Schule hatte ich daher kaum bis keine Freunde, weil jeder schon mit irgendjemandem befreundet war und man sich sozusagen dazudrängen musste. Und das ist schwierig. Beim Studium hat das Freundefinden besser geklappt, weil jeder neu war und man deshalb einfach angesprochen wurde. Weil jeder irgendwie jemanden sucht. Und ansonsten gibt’s da das Internet. Menschen, die man irgendwo kennenlernt und sich dann mal trifft.

    12. Sab

      Ja, das kann ich. Iinnerlich kann ich ganz normal kommunizieren und mich ausdrücken. Bei Mutismus geht es darum, dass man die Gedanken sprachlich nicht mitteilen kann.
      Ich schreib’ gern und im Vergleich zum Sprechen auch viel besser und sicherer. Liegt vielleicht daran, dass ich das Schreiben ganz lange Zeit als einzige, richtige Ausdrucksform genutzt habe. Seitdem ich schreiben kann, schreibe ich und vor einigen Jahren hätte ich sicherlich sagen können, dass ich in meinem Leben schon mehr Worte geschrieben, als gesprochen hab’.
      Allerdings hab’ ich im Alltag noch nie geschrieben. Also zum Beispiel bin ich noch nie mit einem Zettel zum Bäcker gegangen und hab’ aufgeschrieben, was ich kaufen möchte. Irgendwie ist mir das immer zu blöd und albern gewesen, weil ich ja eigentlich sprechen kann…

    13. Sab

      Ja, die bekannte Warum-Frage… Hab’ ich mir oft gestellt und durch die Therapie habe ich auch viele Antworten bekommen. Allerdings möchte ich hier, öffentlich im Internet nicht ausführlich darüber schreiben. Ich möchte nicht über Dinge schreiben, die andere Menschen betreffen bzw. über Dinge, die so privat sind, sodass ich die besagten Menschen um Erlaubnis fragen müsste. In diesem Blog geht es um mich. Das ist okay. Und um Menschen, die etwas sagen möchten. Aber in diesem Fall würde es nicht nur mich betreffen. Nur soviel: Mutismus ist oder war für mich eine Verhaltensweise, die ich erlernt habe und sich für mich irgendwie als ziemlich praktisch erwiesen hat. Sozusagen eine (Über)lebensstrategie.
      Wenn jemand dennoch gerne mehr wissen möchte, sei’s als Betroffener, Angehöriger oder Psychologieinteressierter, kann ich sicherlich per e-Mail (Adresse im Impressum) noch einige Dinge mehr schreiben als in dieser Antwort. Ich hoffe, ihr habt Verständis.

    14. Sab
    15. Sab

      Nein, ich habe es bisher nicht bereut. Eigentlich habe ich schon seitdem ich Zugang zum Internet habe über meine Probleme geschrieben. Mal mit Passwort und auch mal öffentlich. Unterschiede waren nur, dass ich bisher nie mit meinem Namen dahinter stand und daher auch ein bisschen offener über mich selbst geschrieben habe. Es war mir egal, wer das liest und ob ich bei Google gefunden werde. Und heute denke ich, dass es irgendwie schade ist, wenn das niemand in Verbindung mit selektivem Mutismus lesen kann. Ich glaube, ich habe so viele Erfahrungen und möchte die Menschen einfach daran teilhaben lassen und ihnen damit etwas geben. Ich mache, seitdem ich schreiben kann, schon nichts anderes als das und warum dann nun nicht also auch hier öffentlich?
      Anfangs war es schon ein bisschen komisch hundertprozentig dahinter zu stehen, aber nein, ich bereue gar nichts. Mittlerweile wissen sogar reale Menschen von diesem Blog, denen ich sonst nicht erzählt hätte, was mit mir los ist. Und auch die vielen positiven Rückmeldungen berühren mich einfach nur sehr und das zeigt mir, dass das hier furchtbar richtig ist.

    16. Sab

      Hm, so genau weiß ich das gar nicht. Bei Domian hat mal eine junge Frau angerufen, bei der das genau so war. Ich habe darüber auch einen Artikel geschrieben, http://www.mutismusblog.de/domian-thema-schweigen/. Nur leider wurde das Video gelöscht.
      Aber ob das dann wirklich Mutismus ist, kann ich leider nicht beantworten. Ich kenne es eben nur so, dass man gegenüber fremden Menschen nicht sprechen kann und bei vertrauten Personen schon.

    17. Sab

      Hm, ich denke mir steht mehr die Kommunikation im Weg. Es fällt mir sehr schwer Fremdsprachen aktiv zu sprechen, was bei Reisen in fremde Länder ein ziemliches Problem sein kann.
      Aber sicher hat jeder auch ein bisschen Angst vor neuen und unbekannten Dingen...

    18. Sab
    19. Sab

      Hm, schwierige Frage. Wenn man den Mutismus so definiert, dass man schweigt, dann habe ich ihn, glaube ich, überwunden. Größtenteils jedenfalls, weil es, wie schon beantwortet, noch einige heikle Situationen gibt, in denen ich mir besonders Mühe geben muss oder sagen muss, dass ich dazu nichts sagen kann.
      Aber gefühlsmäßig ist es gleich. Ich fühl' mich in anstrengenden Situationen, in denen das Sprechen mehr Mühe kostet noch genauso, wie damals als ich schwieg. Nur ein bisschen weniger schlimm. Also wenn Mutismus auch neben dem Schweigen das ganze drumherum ist, dann habe ich noch Mutismus.

    20. Sab

      Nein, ich bin eine Pessimistin. Aber bisher habe ich damit auch nur gute Erfahrungen gemacht ;) Weil ich immer vom Schlimmsten ausgehe und danach positiv überrascht bin, wenn es doch gar nicht so schlimm war. Funktioniert prima so.
      Ja, kann ich. Über ziemlich viele Kleinigkeiten sogar, weil ich früher ganz viele Sachen nicht machen konnte. Und heute kann ich mich darüber quasi doppelt freuen. Erstens, weil ich etwas geschafft habe, was früher nicht ging und zweitens über die Sache selbst. Z.B. ein Buch gekauft zu haben und es dann gemütlich zu lesen. Oder ein Eis bestellt zu haben und es dann zu essen.
      Früher war ich sehr unzufrieden, ja. Da gab's nichts zum Freuen.

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