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Entweder Winterdepression oder Sommerhoch, beides lässt kaum Raum zum Schreiben.
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Erinnert Ihr noch die Fragen an Radio Eriwan? Egal wie die Frage lautete, die Antwort begann immer mit: "Im Prinzip ja, aber ..." So ist es auch mit dieser. Klar kann man bei uns einziehen, aber bis man durch das Prozedere ist, hat man vermutlich keine Lust mehr dazu.
Was allerdings bestimmt nicht geht, ist anonym bei uns einzuziehen. Deswegen ist Formspring nicht ganz das richtige Medium für eine solche Anfrage. -
Na, dann sind es doch schon zwei, die es vielleicht interessiert. Außerdem, mit Fragenden aus religiösen und familiären Zusammenhängen sind zwei wichtige Lebensbereiche abgedeckt. Schickt schon!
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Ja, ungefähr so, wie einem trockenen Alkoholiker der Alkohl fehlt. Es ist "richtig", nicht zu trinken, und trotzdem wäre ein kleiner Schwips gelegentlich ganz nett. In Zeiten der Versuchung hilft es, sich vorzustellen, wo der kleine Schwips hinführt. Zu einem Leben als Alkoholiker. Wichtig: mit diesem Gedanken nicht zu den Saufkumpanen gehen, um sich Rat zu holen!
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Kurze Antwort: Nein.
Lange Antwort: Bin sicher, dass das wiederkommt. Falls die Frage aus Diamantwegszusammenhängen kommt, gelegentlich rezitiere ich Mantras, nehme morgens Zuflucht, setze den Menschen Buddhas auf den Kopf und dergleichen Zauber mehr. Meint: während mir zur Meditation die Zen-Meditation näher liegt als die Diamantweg-Meditationen, greife ich Alltag gerne auf Diamantweg-Methoden zurück. Und da eher auf die Sachen, die der Logik nicht so zugänglich sind. Ich erkläre mir das am Ehesten mit Vorgängen, die der Autosuggestion ähnlich sind. -
Nein, wissen sie nicht. Dabei wird die Antwort nicht sonderlich aufregend sein, fast schon eine Banalität. Trotzdem habe ich lange gebraucht, sie zu finden. Nicht bis zum Ende gedacht war manches, so richtig bescheuert nur weniges. Wenig zu bereuen, irgendwie habe ich immer geschafft, gerade noch abzubiegen, bevor die Umstände wirklich schwierig wurden.
Mir war vergleichweise schnell klar, dass das gesuchte Highlight meiner gebrochenen Lebensführung irgendwo in den ersten 26 Lebensjahren zu finden sein müsste. Für "bescheuert" brauche ich Alkohol und den gab's danach nicht mehr. Nach 26 ist alles sehr kontrolliert und fällt in eine andere Kategorie von Fehlern, die man so in seinem Leben machen kann.
"Sex 'n' drugs 'n' rock'n'roll" der ersten Lebenshälfte also, da irgendwo. Weder der reichliche Konsum weicher Drogen noch die Nähe zum kleinkrminellen Milieu geben im Sinne der Fragestellung etwas her. Sachen für die Anekdotensammlung. Eine einzige meiner damaligen Freundinnen kommt kurz in die engere Auswahl, aber Beziehungen werden weder (un-)bedacht oder angestellt, sie geschehen einfach, biochemisch-hormonelle Unfälle gelegentlich. Unsinn und Hochmut dafür Verantwortung zu übernehmen oder sich irgendwas vorzuwerfen.
Ein letzter Schwenk, was meint eigentlich bescheuert? Zu meiner Definition von bescheuert gehört, dass es während dem Bescheuertsein schon eine Ahnung davon gibt, dass das ganz schön bescheuert ist. Das ist das eigentlich Bescheuerte daran, man tut es trotzdem. Genug der langen Vorrede.
Das wohl unbedachteste und bescheuertste meines bisherigen Lebens ist die Art und Weise, wie ich zwischen 16 und 18 Jahren Motorrad gefahren bin. Das "Motorrad" war eigentlich ein Kleinkraftrad, 50 Kubik und 80 Km/h schnell. Gerade schnell genug, um damit in der Stadt zu schnell fahren zu können, rücksichtslos sowieso und natürlich immer ohne Helm. Damals gab es noch keine Helmpflicht und die langen Haare im Fahrtwind, das kam einfach gut. In einem meiner Fotoalben habe ich noch einen Stadtplan des Frankfurter Vororts, in dem ich aufgewachsen bin. Darauf 16 (sechzehn) Kreuze, die Orte kennzeichnen, an denen ich mit meinem Motorrad gestürzt bin. Es gibt einen 17. Sturz außerhalb dieser Karte. Als ich die Kreuze einzeichnete war ich noch stolz darauf. Kein Gedanke, dass ich vielleicht ein schlechter Fahrer sei, denn schließlich war ich bei allen Stürzen entweder betrunken oder es regnete. Da kann sowas schon mal vorkommen. Echt bescheuert. Risiken einzugehen, die man nicht abschätzen kann, ist bescheuert (nicht die Risiken, sondern das nicht abschätzen können). Doppelt bescheuert, wenn man nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährdet. Hab ich getan, zwei Jahre lang, war bescheuert, nummer-eins-bscheuert.
OK, für alle, denen die Antwort zu langweilig ist, noch ein Schwank aus der Anekdotensammlung. Gibt keine Pointe, ich sag das gleich, dann müsst ihr auch keine erwarten, ist mehr so ein Haben-wir-mal-gemacht-Ding. Gleiche Zeit wie oben, die gleichen Motorräder und gleichen bescheuerten Jugendlichen. Ich und Freund P., sommerabends und betrunken, ... Nein, halt, weiss denn heute noch jemand was "Blitzer" waren? Blitzer waren Anfang der 70er Jahre immer mal wieder in den Schlagzeilen, weil sie an irgendeinem öffentlichen Ort oder bei irgendeinem Ereignis kurz nackt durch die Szenerie rannten und dann auch wieder verschwunden waren. Sagen wir die Queen nimmt die Parade ab, Blitzer rennt nackt durch die Parade, ab in die nächste Gasse und nie wieder gesehen. Am nächsten Tag dann Schlagzeile in der Bild oder ein Artikel in der Quick. 15 Minuten Ruhm, ein nackter öffentlicher Arsch war damals noch was.
OK, P. und ich also, betrunken und übermütig und voll der Bewunderung für blitzende Ärsche beschließen eines lauen Sommerabends unseren Beitrag zum allgemeinen Sittenverfall zu leisten. Die Queen war gerade nicht da und weil wir auch auf andere Gelegenheiten nicht warten wollten, beschlossen wir ..., naja, beschlossen haben wir vermutlich gar nicht, auch nicht größer nachgedacht, also wir hielten es in diesem Moment für eine gute Idee, auf unseren Motorrädern mal eine Runde durchs Vorstädtchen zu fahren, nackt. Das haben wir dann auch getan, entlang der noch belebten Hauptstraßen und am Polizeirevier vorbei, die Nummernschilder mit verknoteten Taschentüchern verdeckt. Das war notwendig um gesehen zu werden, wie sollte sich den sonst unser Ruhm verbreiten, und um das rechte Mass an Uns-doch-egal-Attitude nicht nur den Sitten, sondern auch der Staatsgewalt gegenüber, zu beweisen. Wie angekündigt, keine Pointe, alles ging gut, Freund A. hatte uns gesehen, erkannt und verbreitete unaufgefordert unsere Großtat, die Clique schwankte zwischen Kopfschütteln und Bewunderung, 2 Tage lang waren wir Helden. Ende. -
Bevorzugt gar nicht. Dieses Jahr gibt es eine kleine Vorfeier mit den (erwachsenen) Kindern, den Weihnachtsabend verbringe ich essenderweise in Gemeinschaft von netten Menschen. Vermutlich werde ich früh nach Hause gehen und mich freuen, dass wir es für dieses Jahr wieder mit Anstand geschafft haben.
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Ich würde gerne welche kennen lernen, um zu schauen, ob ich sie mag. Vermutlich sind sie anders als das Benehmen ihrer Politiker erwarten lässt.
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Ich würde nachschauen gehen, ob die Amerikaner so seltsam sind, wie ich sie mir vorstelle. Kann ja eigentlich nicht sein.
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