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volles notizbuch wegwerfen oder aufbehalten?
je nach inhalt:
wichtige, nie fertig ausformulierte gedanken: wegwerfen
plan für weltherrschaft: aufbehalten
pornos: wegbehalten
you-had-to-be-theren-nostalgie-kram: aufwerfen -
volles notizbuch wegwerfen oder aufbehalten?
hier ein best of november & dezember 2009, das es nicht gäbe, wenn ich sie wegwerfen würde:
- mündliche prüfungen immer an vormittagsterminen ablegen
- sahne, mandarinen, muskat
- warum haben nicht alle verwandtschaftsbezeichnungen das -ter-suffix?
- männer, die rot tragen, meinen es ehrlich
- klima fällt aus
- musik als bessere sprache, da semantisch nicht gebunden
- teppich abholen
- audimax besetzt!
- die acht kugeln des kos, traum mit doppelter rahmenhandlung
- germanistik weihnachtsfeier
- varun anrufen
- ein zweihundertseitiger vorspann über ricoeur ist neuerdings wohl etwas erstrebenswertes
- very peaceful person, somehow intrigued by the idea of eternal flame
- heute nur oberseminar
- vgl. ordo inversus
--> aufheben natürlich! -
Was war das Notwendigste, das dir zuletzt widerfahren ist?
Entschuldige, ich bin mal wieder zu beschränkt, um die Frage zu verstehen, und antworte daher einfach, was ich mir gerade so denke. Also. Es passiert einem ja andauernd irgendwas, während man so vor sich hin lebt. Manches nervt mich, zum Beispiel wenn es so auf mich draufregnet und ich keinen Schirm dabei habe, oder wenn die Räuspergeräusche der schrulligen Frau auf dem Flur mich vom Schreiben ablenken. Sowas definiere ich jetzt mal als störende Widerfahrnisse. Sie unterscheiden sich von schmerzhaften Widerfahrnissen (wenn dir jemand gegen das Knie tritt), ärgerlichen Widerfahrnissen (wenn deine Bahn Verspätung hat) und traumatischen Widerfahrnissen, die dich in ein klägliches, gleichwohl mordlustiges Häuflein Elend verwandeln (wenn dir jemand dein geliebtes Fahrrad mit Brooks-Sattel klaut). Ganz viele Sachen, die um einen herum passieren, sind aber einfach egal. Sich automatisch öffnende Türen zum Beispiel, die braucht man eigentlich überhaupt nicht, wenn man Türen aufmachen kann, aber trotzdem widerfährt es einem zuweilen, dass so eine Tür von selbst zur Seite gleitet. Na ja. Zuweilen widerfahren mir auch Dinge, die ich ganz gut finde, zum Beispiel wurde vor ein paar Tagen meine Lieblingskürbissorte in einem Hofladen angeboten, in dem ich mich praktischerweise zu diesem Zeitpunkt tatsächlich befand. Super Widerfahrnis! Und gestern habe ich einen Abend mit Wagnerianern verbracht (insgesamt betrachtet ein mittelenervierendes Widerfahrnis, wenn man in so eine Runde reingepflanzt wird) und dabei bemerkt, dass Nike Wagner, die ich für eine Autorität in dieser Frage halte, 'Nietzsche' genauso ausspricht wie ich. Das war dann ein gutes Widerfahrnis, weil Fra mir im Juni vorgehalten hat, ich würde den Namen ganz abnorm aussprechen, und jetzt kann ich ihm da endlich fundiert widersprechen. Aber etwas, das tatsächlich notwendig war, ist mir noch nie widerfahren, weil ich noch nie defibrilliert werden musste, beispielsweise.
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Was geht gar nicht in einer Beziehung? Humorlosigkeit, Maggi auf dem Frühstücksei, Prüderie, ständiges Problematisieren oder permanentes Schweigen oder seltsame musikalische Vorlieben?
Ich kenne die Liebe ja nur vom Hörensagen oder aus der Literatur.
Diverse langzeitverpartnerte Freundinnen beklagen sich darüber, der jeweilige Mann sei unordentlich. Morgens ginge man aus dem Haus, alles tiptop, abends liegt die Bude in Trümmern, als hätte man einen sechzehnjährigen Teenager. Auch gerne berichtet wird von der beeindruckenden Prokrastinationsfähigkeit jener verpartnerter Männer: sie schrauben Schuhregale schon nach sechs Monaten an!
Zur Trennung haben diese charmanten Eigenheiten bislang noch nicht geführt.
Trennungsgrund scheint indes häufiger zu sein, was auf der körperlichen Ebene stattfindet: wenn Paare aufhören, miteinander zu schlafen, dann wirds oft kritisch. Gegenbeispiele fallen einem hierzu allerdings auch ein.
Manchmal ist es auch nicht der Sex an sich, sondern der Sex mit der falschen Person.
Von außen betrachtet würde man denken, dass es in einer Beziehung darum geht, gut zueinander zu sein. "Syergien freisetzen" würde ein Werbetexter dazu schreiben. Meist scheint diese Faustformel ganz gut hinzuhauen, dann wieder ist man völlig überrascht von der Superheldenfähigkeit mancher Menschen, mit ihrem Partner über Dekaden hinweg unglücklich zu sein.
Womit wir wieder beim Anfang sind: ich weiß es nicht. Es ist ein Rätsel, diese Liebe.
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martin fritz’s Bio
If you want to know all about me just look at the surface: of my books, LPs and movies, and there i am. There's nothing behind it.




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