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Sehr gut. Ich bekomme konstruktive, gewaltfreie Kritik. Ich hoffe, dass wir bald soweit sind, die öffentlichen Tickets auch öffentlich zugänglich zu machen.
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Über mein Privatleben möchte ich öffentlich keine Auskunft geben. Bitte hab dafür Verständnis. :)
Über das Thema allgemein können wir uns gerne unterhalten. -
Ich finde alle drei im Blogpost gemachten Vorschläge interessant und diskutierenswert. Um das beste System herauszuarbeiten, sollten wir solche Vorschläge ernstnehmen und ggf. auch einmal ausprobieren.
Ich halte aber andere, „weiche“ Faktoren im Moment für entscheidender.
Wir haben (zumindest im Bund) meines Wissens noch nie ein funktionierendes Liquid-Democracy-System erlebt, das zu bedeutsamen Wirkungen außerhalb des Systems geführt hätte und dementsprechend auch flächendeckend ernst genommen (und dementsprechend benutzt) wurde. Den Grund hierfür sehe ich zuerst einmal eher in weichen Faktoren denn im technischen Konstruktionsmerkmalen des angewandten Verfahrens. Darunter finden sich Vorbehalte, die durch die Art der Einführung (und teils auch den Stil der geführten Debatte rund um unser Tool) aufgebaut wurden (und bis heute werden), das Problem der Dauerdelegationen längst inaktiver Nutzer, die für nicht technik-affine Menschen recht gewöhnungsbedürftige Oberfläche und einiges mehr.
In Folge dessen sehe ich die Gefahr, dass wir Probleme technisch lösen wollen, die auch auf einer sozialen Ebene oder durch mehr Übersichtlichkeit bzw. Transparenz im System gelöst werden könnten. Wenn ich z. B. einfacher ablesen kann, wie Delegationsketten verlaufen, können die Benutzer evtl. auch eigenverantwortlich dafür sorgen, dass keine Massendelegationen entstehen. Wenn die letzten Abstimmungen einer Person im System leichter abrufbar sind, kann ich besser auf Grundlage von Sachargumenten entscheiden, auf wen ich delegieren will (und nicht nur persönlich).
Ein anderes Beispiel: Wenn ich mir ein System vorstelle, das die Entscheidungen einer Fraktion in einem Parlament beeinflusst, dann fände ich es nicht so schlimm, wenn alle Stimmen im Bereich „Soziales“ am Ende der Kette auf den sozialpolitischen Sprecher der Fraktion delegieren, solange man ihm vertraut. Nimmt der Abgeordnete seine Aufgabe ernst, dann wird er vor einer Abstimmung seine Entscheidung und seine Argumente dafür (oder dagegen) in einem Blogpost o. ä. veröffentlichen. Wenn ich dieser Entscheidung dann nicht folgen will, habe ich die Möglichkeit, noch rechtzeitig weg zu delegieren (und ggf. meine Freunde darauf aufmerksam zu machen, dies auch zu tun).
Ein solches System wäre dann eher aufgebaut wie ein Infosystem, in dem ich mich über die anstehenden Entscheidungen im Parlament informiere. Bin ich zufrieden, lese ich nur mit und lasse meine Delegationen wirken. Weiche ich in meiner Meinung ab, dann greife ich in den Delegationsfluss ein und biege ihn (dauerhaft, temporär) um oder stimme selbst ab.
Ich glaube also, vor der Definition bzw. Kritik technischer Abläufe sollte eine klare Definition dessen stehen, was oder wen wir mit dem jeweiligen Liquid-Democracy-System beeinflussen wollen.
Im Übrigen teile ich deine These aus dem angegebenen Blogpost nicht, dass in einer Liquid Democracy nicht auch geheime Abstimmungen möglich wären. Ein Beispiel, wie das möglich ist, habe ich unter dem Begriff der Verifizierten anonymen Online-Abstimmung veröffentlicht. https://wiki.piratenpartei.de/Verifizierte_anonyme_Online-Abstimmung -
Kurz oder lang? Nachdem das eines meiner Spezialthemen ist, zu dem ich bereits Vorträge gehalten habe...
lang: Die „freie“ Liebe ist vor allem eine freilassende Liebe, also nicht zuerst eine, wo ich selbst frei bin, sondern vor allem auch eine, in der ich meine Partner frei lasse. In dem Moment, wo ich mich selbst und den Partner liebe und freilasse, kann ich auch mehrere Menschen gleichzeitig lieben.
Ich persönlich darf das Geschenk erleben, dass ich nicht eifersüchtig werde, wenn ich einen Partner freilassen soll, sondern frubbelig, wie wir das nennen, mich also mit ihm mitfreue, wenn er sich anderswohin verliebt.
kurz: ich stehe nicht nur dazu, ich lebe das. :) -
Ursprünglich waren für mich epische Geschichten das, was ich als Kind (und auch später) unter der Bettdecke (und auch woanders) verschlungen habe: Romane, Erzählungen, Geschichten. Mit der Netzkultur wurde jedoch der fail (und anderes) episch, und ich kam weniger zum Lesen von Geschichten.
Eines jedoch ist sicher: Wenn ich in dreißig, vierzig Jahren meinen Enkeln einmal von diesen Jahren erzählen werde, dann wird das episch. -
Jeder Erkrankungsprozess ist natürlich individuell, daher finde ich den Begriff „Gleichstellung“ für die Frage nach der gesellschaftlichen Bewertung von Erkrankungen schwierig. Du meinst wahrscheinlich, ob ich der Meinung bin, dass psychische und physische Erkrankungen gesellschaftlich gleichermaßen als Erkrankung anerkannt werden (sollten).
Ich finde es - Extremfälle stark eingeschränkter Zurechnungsfähigkeit ausgenommen - grundsätzlich nicht besonders Ziel führend, Krankheit von außen zu bewerten. Idealerweise sollte weder der Staat oder eine Behörde noch die Gesellschaft definieren, wer krank ist, und wer nicht. Es ist möglich, dass von zwei verschiedenen Menschen, die objektiv die selbe Erkrankung haben, sich der eine als krank empfindet und der andere als gesund.
Selbstverständlich finde ich, dass in diesem Sinne eine psychische Erkrankung genauso als Erkrankung anerkannt werden muss wie eine physische. Dass das so real noch nicht stattfindet, ist meiner Meinung nach auch ein Ausdruck der allgemeinen Fremdbestimmung, der wie uns in unserer Gesellschaft immer noch stark unterwerfen - wir sind es gewohnt, und ständig nach von außen vorgegebenen Gesichtspunkten zu bewerten. Ich hoffe, dass sich unsere Gesellschaft in diesem Punkt kontinuierlich weiterentwickelt.
Damit der Einzelne diese Deutungshoheit über seine eigene Erkrankung jedoch auch wirklich ausüben kann, muss in der Gesellschaft ein Bewusstsein herrschen, dass auch psychische Erkrankungen „richtige“ Erkrankungen sind.
Aufklärungsarbeit, Weiterbildung sowie eine bessere, angemessene Versorgung können hier sicher helfen, das Ganze voranzubringen und sind sinnvolle Schritte, die ich unterstützen würde. -
Aber sicher! Demokratische Mitwirkung beginnt dann, wenn der Wunsch danach in einem Menschen ist.
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Gegen meine Gefühle: bewusst: nie. unbewusst: oft. (weil ich meine Gefühle oft nicht klar spüre).
Gegen meine Überzeugungen: bewusst: sehr selten. unbewusst: auch sehr selten (weil mir meine Überzeugungen meistens sehr klar präsent sind). -
Deine Frage beinhaltet einen subtilen Vorwurf und eine Wertung.
Du beziehst dich auf folgenden Entwurf: http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Johannesponader/GO-Antrag_auf_Nachdenken, der eine auf Twitter geborene Idee konkretisiert hatte.
Ich denke in meinem Benutzerbereich im Wiki gerne laut nach, Wie man sieht, habe ich den von dir angesprochenen Aspekt auch in meinem Wiki-Eintrag durchaus kritisch problematisiert.
Eine abschließende Meinung dazu habe ich mir nicht gebildet. Sozialen Druck aufzubauen, um jemanden zum Überdenken einer Entscheidung zu bewegen, ist ein alltäglicher Vorgang, der in unserer Partei ständig passiert. Das heißt nicht, dass dieser Vorgang an sich gut ist. Den Vorgang öffentlich zu machen, kann jedoch ein Weg sein, damit bewusster umzugehen. Ob dieser Weg zielführend und sinnvoll wäre, kann ich aber nicht sagen.
Grundsätzlich gibt es in meinem Demokratieverständnis sehr viele Möglichkeiten, um gemeinsam zu guten Entscheidungen zu kommen. In Extremfällen (zum Beispiel wenn ein Nazi sich als Kandidat vorstellen würde), kann es auch ein legitimes Mittel sein, nonverbal zu handeln, und zum Beispiel den Raum zu verlassen. Ich gehe aber nicht davon aus bzw. hoffe nicht, dass so etwas bei uns einmal nötig wird.
Nachdem mir klar war, dass ich als Kandidat in Neumünster keine Anträge stellen werde (auch keine zur GO), habe ich den Vorschlag schon aus diesem Grund nicht weiterverfolgt. -
Ich beziehe seit dem Ende meines Studiums immer wieder Arbeitslosengeld II. Als selbständiger Theaterpädagoge, Regisseur und Schauspieler reichen die Engagements nicht immer zum Leben.
Meine Eingliederungsvereinbarung, die ich unter anderem unter https://twitter.com/johannesponader/status/188213826720763904 veröffentlicht habe, legt mir formal keinerlei Pflichten auf - auch die Pflicht zur permanenten Anwesenheit an meinem Wohnort wurde gestrichen. Die Eingliederungsvereinbarung geht zurück auf eine Aktion von Ralph Boes, der unter Berufung auf das Grundgesetz schlüssig erklärt, warum Sanktionen grundgesetzwidrig sind. Diese Auffassung entspricht auch den Positionen, die wir mit dem von mir ausformulierten Positionspapier „Sofortmaßnahmen zur Humanisierung des SGB II“ beschlossen haben. http://wiki.piratenpartei.de/Positionspapiere/Sofortma%C3%9Fnahmen_zur_Humanisierung_des_SGB_II_und_XII.
Eine anderslautende Vereinbarung mit dem Jobcenter würde ich nicht abschließen. Ich könnte auf Grundlage dieser Vereinbarung ein halbes Jahr im Mallorca Urlaub machen. Das tue ich natürlich nicht. Statt dessen bringe ich mich in die Gesellschaft ein. Außerdem akquiriere ich natürlich weiterhin Aufträge als Künstler oder Pädagoge und stehe damit auch für bezahlte Tätigkeiten zur Verfügung. -
Zuersteinmal ist es völlig egal, ob ich persönlich für oder gegen ein Thema bin. Nach außen vertrete ich als Vorstand die Themen, die wir debattieren und beschlossen haben - unabhängig von meiner persönlichen Meinung.
Meine Aufgabe als Vorstand ist es auch nicht, Piraten von Themen zu überzeugen, die mir am Herzen liegen. Meine Aufgabe ist es, zuzuhören, Debatten zu fördern und sie ggf. nach außen wiederzugeben. Meine Aufgabe ist nicht, Debatten selbst zu führen.
Dabei kann ich nach außen jedoch Einblicke in die innerparteiliche Debatte geben. Beim Thema Grundeinkommen zum Beispiel wäre es völlig Quatsch, zu behaupten, dass die Meinungsbildung abgeschlossen wäre und sich alle einig sind.
Statt dessen wäre es wichtig, auf das äußerst knappe Abstimmungsergebnis und die laufende Debatte hinzuweisen.
Nach innen ist es gleichzeitig wichtig, dass die Debatte über das Thema weitergeht, dass auf hohem Niveau sachlich diskutiert wird und wir so Schritt für Schritt in der innerparteilichen Meinungsbildung weiter kommen, ohne unüberwindliche Gräben aufzureißen oder einzelne Gruppen abzuhängen. -
Das Anliegen der Occupy-Bewegung zu greifen, ist nicht einfach. Ich habe es meistens so formuliert: Unser Anliegen ist es einen breiten gesellschaftlichen Dialog über die Herausforderungen unserer Zeit zu führen, der nicht-hierarchisch, gewaltfrei und konsens-orientiert ist.
Dieses Anliegen teile ich zutiefst. Ich habe mich bei Occupy engagiert, weil ich nach Berlin gekommen bin, um mich zu engagieren - und Occupy mich gepackt hat. Ich war am 15. Oktober bei der Groß-Demo dabei, bin irgendwann auf die unangemeldete Spontan-Demo auf der Reichstagswiese gewechselt, und war von Asamblea und Human Mic fasziniert. Nach der gewaltsamen Räumung war klar, dass man sich am Tag darauf um 15 Uhr wieder trifft. Ich war dann viele Tage bei den Asambleas und immer wieder im Camp und habe mich mit dem eingebracht, was ich kann.
Ich wurde dort aber auch immer wieder mal angegriffen, weil ich bei den Piraten bin, und Einzelne das nicht mochten.
Das soziale Gefüge bei Occupy funktioniert ganz anders als bei der Piratenpartei. Ich hatte dort auch fast nur mit Gruppenbildungsprozessen und logistischen Themen zu tun und habe meine politischen Themen eher zurückgestellt. Insofern würde ich, wenn man Occupy als Experiment bezeichnen will, es für mich eher als soziales Experiment sehen, denn als politisches Experiment. -
Aber klar! Danke für die Einladung! Ich liebe Hochzeiten!
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Ich gehöre gerade nicht mehr zu den Eingeborenen im sozialen Netz. Meinen ersten Computer hatte ich mit 17, ein alter 286 mit grünem Monochrom-Bildschirm.
In der Postfiliale konnte ich mich ab und zu ins BTX einloggen, wo meine erste Freundin unterwegs war.
Eigentlich hat das Social Web mein Leben erst mit Twitter richtig beeinflusst. Twitter ist bisher das erste soziale Tool, das ich wirklich kontinuierlich nutze. -
Als wir in Chemnitz mit 80-90% Zustimmung ReSET angenommen haben, hatte ich Tränen in den Augen. Die Bundestagswahl mit der Helmut Kohl abgelöst wurde habe ich als sehr emotional erlebt. In welcher Form ich aber gejubelt habe, weiß ich nicht mehr. Ich bin da eher der ruhige Typ. :)
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Allen. Einzig bei der Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Kammern und Verbänden bin ich mir unsicher. Ich treffe immer wieder Piraten, die diese Forderung für kontraproduktiv halten. Ich selbst habe in diesem Bereich zu wenig eigene Erfahrungen.
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Reviergehabe.
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Zuersteinmal: Das waren mir deutlich zu viele „Jugendsünden“, die da bei uns Piraten in letzter Zeit aufgetaucht sind. In den allermeisten Fällen ist eine „Jugendsünde“ eben keine Jugendsünde, sondern ein Alibi, um sich sozial reinzuwaschen. Hier gilt es ganz genau hinzuschauen.
Wenn jemand sich von seiner Vergangenheit eindeutig und klar distanziert, kann er ganz grundsätzlich auch menschlich gesehen eine zweite Chance bekommen. Allerdings würde ich ihm keinerlei (politische oder verwaltende) Verantwortung übertragen.
Um Verantwortung innerhalb der Piraten zu tragen, muss jemand durch sein Handeln (und nicht nur durch Worte) über einen ausreichend langen Zeitraum zeigen, wie er tickt. -
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Johannes Ponader’s Bio
Gesellschaftskünstler. Grundeinkommensbezieher. Pirat.





