Wie stehst du zur Legalisierung von Drogen (hart/weich)?
Dafür. Wie mit dem eigenen Körper umgegangen wird, steht in der Verantwortung jedes einzelnen selbst. Jede gesetzliche Regelung ist notwendig willkürlich: Es ist nicht einzusehen, warum Tabak, Extremsport, Alkohol, McDonalds und ungeschützter Geschlechtsverkehr legal sind, Haschisch, Kokain und LSD aber nicht. Selbstzerstörerisches, gesundheitsschädliches Verhalten läßt sich nicht verbieten. Solche Verbote wollen bestimmte Wertpräferenzen durchsetzen, die legitim nur jede einzelne für sich festlegen kann: Die Abwägung, ob die Freude am Drogenkonsum die verkürzte Lebenszeit aufwiegt (der Kick von Extremsport die ausgeleierten Gelenke aufwiegt und so weiter), kann nur individuell entschieden werden. Die Argumentation, man müsse Menschen vor sich selbst schützen, zieht nicht: Sich frei entscheidende Menschen vor sich selbst schützen heißt, Präferenzen aufzuzwingen.
Zudem schaffen Prohibitionsgesetze mehr Probleme als sie lösen. Gesetze schaffen nicht die gewünschte Realität, sie ändern Transaktionskosten. Es ist ja (trotz Verbot) überhaupt kein Problem, an Drogen zu kommen – wer das nicht glaubt, möge nur einmal nachts über einen großen Bahnhof laufen oder eine beliebige Studenten-Party besuchen.
Wenn eine Branche in die Illegalität gedrängt wird, stärkt das Strukturen organisierter Kriminalität (da ihr so neue Geschäftsmodelle eröffnet werden) und erzeugt Gefahren für die Kunden: Ohne den Staat als Vermittler in Konflikten sind Verträge nicht durchsetzbar (die Regelungsinstanz ist dann im Zweifelsfall kein Gericht, sondern was die Ganovenehre gerade hergibt), was auch zusätzliche gesundheitliche Risiken erzeugt. Ein illegaler Dealer muß nicht fürchten, wegen der Zusammensetzung seiner (womöglich mit wer weiß was gestreckten) Ware verklagt zu werden; die Illegalität der Marktstrukturen verhindert, daß Qualität über Konkurrenz gesichert wird, daß das Angebot transparent ist, daß es Vergleichsmöglichkeiten gibt. Ein illegaler Markt läßt sich auch nicht regulieren (noch weniger als ein legaler; hinterm Bahnhof fragt niemand, ob der Käufer über 18 ist). Dafür wird künstlich mehr Kriminalität geschaffen: Handlungen werden kriminalisiert, die (zumindest, was »weiche« Drogen angeht) objektiv betrachtet auch nicht schlimmer sind als das, was jeder Kiosk legal mit Tabak und Alkohol macht. Prohibition führt so Menschen in kriminelle Milieus, die ohne Prohibition stattdessen legal, ungefährlich und mit einklagbaren Verträgen in der Apotheke oder im Kiosk eingekauft hätten.
(Interessant ist es dazu, beim Reason Magazine die Kategorie drug policy nachzulesen: http://reason.com/topics/drug-policy)
Daher: Betäubungsmittelgesetz abschaffen, Jugendschutzgesetz anpassen.

