Begrüßen Sie die Entscheidung des BGH zur Präimplantationsdiagnostik?
Erstmal halte ich die Entscheidung für konsequent: Wenn es schon zur Situation kommen kann, daß Embryonen außerhalb des Mutterleibs da sind, scheint mir eine gezielte Auswahl, nicht grundsätzlich und völlig anders zu bewerten als eine zufällige Auswahl. (Die andere konsequente Entscheidung wäre, In-vitro-Fertilisation ganz zu verbieten.) Das schwerwiegendste ethische Problem ist ja nicht der ausgetragene, sondern der aussortierte Embryo.
Juristisch ist damit wohl geklärt, was juristisch zu klären ist – viel wichtiger als eine Rechtslage (die ohnehin nur Transaktionskosten festlegt) ist die Frage, wie eine Gesellschaft mit Gesundheit, »Normalität«, Leistungsfähigkeit, Behinderung … umgeht und welche Unterstützung (und das nur sehr nachrangig in Form staatlicher Transfers!) Eltern in schwierigen Situationen erhalten. Und das kann ein BGH nicht entscheiden.

