
Was genau sind die annehmbaren Punkte des FPÖ Programms?
Im Grundsatzprogramm der Freiheitlichen Partei Österreichs (beschlossen am 23. April 2005) steht zum Beispiel Artikel 1: "(3) Freiheit steht im Gegensatz zu jeder Form der Unterdrückung, gleichgültig ob sie durch staatliche Einrichtungen oder halbstaatliche und private Vereinigungen ausgeübt wird. Eine Lebensordnung mit möglichst viel Selbstbestimmung für jeden Menschen darf jedoch nicht als Egoismuskult mißverstanden werden. Die Freiheit des Einzelnen findet ihre Grenzen in der Freiheit des Anderen."
Unter http://www.fpoe.at/dafuer-stehen-wir/partei-programm/01-freiheit-als-hoechstes-gut/ findest du das gesamte Grundsatzprogramm der FPÖ (im Gegensatz zu allen anderen Parteien, die dieses hinter PDF-Files verstecken). Ließ dich einfach mal rein und überleg dir ob du da Punkte drinnen findest, die du teilen würdest. Das was da drinnen steht, ist zwar weitgehend nicht meine Meinung, sie zu sagen ist aber gutes Recht.
Um zu dem Argument zu kommen: Ja, aber das ist doch vollkommen egal, was in dem Papier steht, solange sie die Politiker nicht danach richten.
Ja und Nein. Ich habe trotz intensivem nachdenken keinen besseren Weg gefunden als mich nach den Grundsatzprogrammen der Partein zu richten, wenn ich sie beurteilen möchte. Was gäbe es für Alternativen dazu? Alle Wähler anzusehen? Alle Mandatsträger? Alle deren Aussagen und Meinungen? Alle Mitglieder einer Partei? Alle Parlamentsbeschlüsse? Alle Presseaussendungen? Wenn ich mich nach einem dieser Punkte richte, dann werde ich 1. nie fertig und 2. nie die breite Masse der Partei beurteilen. Die Grundsatzprogramme stellen hingegen die Grundmeinungen und Werte einer Partei dar. Wenn sich einzelne (oder alle) Akteure nicht daran halten, dann kann so ein Grundsatzprogramm denke ich auch sehr gut als Druckmittel herhalten. Ich arbeite gerade an soetwas.
Und noch ein Wort zu der FPÖ. Ich glaube wir reden viel zu viel über die FPÖ, dass es da viele gibt, die einfach nur Öl ins Feuer gießen ist klar. Sie produzieren einen Aufreger nach dem anderen und wir reden darüber - geben ihnen damit Öffentlichkeit, Medienwirksamkeit und damit automatisch Stimmen. Aber in Wirklichkeit haben wir ja nicht das Problem mit ein paar Spinnern. Sondern wir haben ein Problem mit der Audienz. Wir haben ein Problem mit den Leuten, die anfällig auf kurzfristig denkenden, unnachhaltigem und destruktivem Populismus (egal ob Rechts, Links oder "Mittig"^^). Wir haben ein Problem mit einem immer größer werdenden Anteil der Bevölkerung, der ungebildet ist. Und im Grunde, im Grunde haben wir ein Problem mit uns selber, die wir zulassen, dass das alles passiert. Aber indem wir gegen die bösen Populisten, Hezer und Nazis sind, schlagen wir allen FPÖ-Wählern ins Gesicht. Wir sellten hin, als wären 30 Prozent der Österreicher Schwulen-, Ausländer-, oder sonstwasfeindlich. Das sind sie nicht. Sie sehen nur keine Alternative. Weil wir es versäumt haben eine zu schaffen. Hier haben sowohl die Grünen, als auch die SPÖ in einem tiefen tiefen Schlaf gelegen, der jetzt enden muss, sonst endets ganz ganz böse.
Also. Ändern wir was, gehen wir's an. Bieten wir Alternativen an, gehen wir auf Menschen zu, begeistern wir sie mit unseren guten Ideen, anstatt auf die anderen zu schimpfen. Das ist nämlich immer leichter, als sich selber kritisch zu prüfen. Bitte stell weitere Fragen, wenn das nicht verständlich war.

