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1. Weil viele Kulturen und Religionen innerhalb eines Staates Unruhe erzeugen können. Es erfordert einen höheren Kraftaufwand den Frieden zwischen Menschen zu wahren, die unterschiedlichen Kulturen und Religionen angehören, als das bei einer einheitlicheren Bevölkerung der Fall ist. In einem Vielvölkerstaat besteht immer die Gefahr, dass Unruhen ausbrechen, oder Teile sich abspalten wollen. Ein Land kann komplett zerfallen, wenn die Regierung nicht fähig ist, die Situation zu kontrollieren.
2. Ich vertrete den Standpunkt, dass wir unsere Kultur erhalten müssen. Die Verantwortung dafür, dass unsere Kultur weiterbesteht, trägt das Deutsche Volk selbst und diese kann ihm niemand abnehmen. Um die Kultur zu erhalten, muss auch der Kulturträger erhalten werden und das ist die deutsche Urbevölkerung. Andere vertreten die Ansicht, dass ein Mensch so gut ist, wie der andere, weil sie ihn als austauschbares Teil in einem Räderwerk betrachten, das nur möglichst viel Gewinn abwerfen soll. Gewiss, man kann Deutsche Arbeiter durch beliebige andere ersetzen, aber Deutschland ist nunmal keine Fabrik, sondern eine Kulturnation.
3. In der Demokratie entscheidet das Mehrheitsrecht. Ab dem Punkt, an dem wir mehr ausländische Mitbürger als urdeutsche haben, sind wir Deutschen eine Minderheit im eigenen Land und können den Kurs der Regierung nicht mehr maßgeblich beeinflussen. Sollten also die Interessen von Immigranten andere als die unsrigen sein (und das wird der Fall sein, insofern sie ihre Kultur und Religion beibehalten), werden wir den Kürzeren ziehen. Das ist natürlich inakzeptabel.
Ich denke diese Gründe sollten ausreichen, um meinen Standpunkt zu rechtfertigen.
Es ist schwierig zu bestimmen, wie viele Immigranten eine Nation aufnehmen kann, ohne einer der genannten Risiken ausgesetzt zu sein. Klar ist jedenfalls, dass wir von all diesen Risiken bedroht sind.
Ein Vielvölkerstaat entwickelt sich außerdem über Jahrhunderte aus den Verhältnissen heraus und kann nicht in einigen Jahrzehnten auf Teufel komm raus zusammenegschustert werden, wie einige Idioten zu glauben scheinen. -
Ich glaube das sind jene Videos, in denen Mädels den Kosmetik-Kram zeigen, den sie sich gekauft haben. Mich wundert's nur ein bisschen, warum Du mich das fragst. Das ist jetzt nicht gerade mein Metier.
Haul heißt einfach Ausbeute. -
Kant sollte man schon gelesen lesen, das ist mir klar - und einige andere auch, aber ich bin nicht der Ansicht, dass man alle philosophischen Standardwerke kennen muss, um sich darüber eine Meinung bilden zu können. Schopenhauer greift alles, was vor ihm geschrieben wurde, auf, vergleicht und analysiert es - also hat man allein durch seine Werke schon einen sehr guten Überblick. Und ich kenne nun mal keinen Philosophen, dessen System besser wäre. Ich kenne auch keinen, der klarer und geistreicher geschrieben hätte, keinen, der so viel Wissen und Hintergrundinformationen in seinen Schreibstil eingebunden hätte und keinen, der mehr für die Philosophie geleistet hätte. Aber ich kann auch nicht alles kennen. Wenn einer meint, er kenne jemanden, der Schopenhauer in all diesen Disziplinen übertrifft, kann er mich ja darauf aufmerksam machen.
Ich bin davon halt jetzt absolut überzeugt. Das heißt nicht, dass ich meine Meinung nicht irgendwann einmal ändern werde.
Was mich so sicher macht, kann ich nicht erklären. Das ist keine Erkenntnis, zu der man gelangt, indem man Waagschalen mit Fakten und Argumenten füllt und beobachtet, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.
Man weiß es einfach. -
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Ich hab mich mit dem Islam noch nicht so intensiv beschäftigt, als dass ich behaupten könnte, eine wirklich fundierte Meinung dazu zu haben, aber anhand dessen, was ich weiß, kann ich schon mal sagen, dass es auf keinen Fall die schlimmste Religion ist, aber auch nicht die beste. In meinen Augen ist der Islam nur eine Modifikation des Judentums. Mohammed war aller Wahrscheinlichkeit nach ein ziemlicher Gauner. Aus welcher Notwendigkeit heraus der Islam entstanden ist, ist auch fraglich.
Ich denke der Islam birgt das Potential, sowohl Böses, als auch Gutes, zu fördern. Darüber hinaus bin ich der Ansicht, dass Christen und Moslems in Frieden zusammenleben können, wenn entsprechende Voraussetzungen erfüllt sind. Deutschland sollte ein christliches Land bleiben. Der Islam sollte natürlich weiterhin in Deutschland geduldet werden, er darf das Christentum aber nicht verdrängen.
Den Hauptunterschied zwischen Christentum und Islam sehe ich wie Schopi darin, dass der Islam genau wie das Judentum im Kern optimistisch, das Christentum pessimistisch ist. Im Christentum ist der Mensch durch die Erbsünde von vorneherein versündigt und böse und benötigt Erlösung. Im Islam soll man Gott ständig huldigen, ihm danken und sich ihm unterwerfen. Natürlich gibt es da Parallelen, aber das Grundprinzip ist verschieden und im Falle des Islam ist es nun mal falsch.
Ich hab die ersten paar Seiten des Koran gelesen - war absolut unerträglich (Gott ist alles und Du bist nichts - ganz toll) - aber irgendwann werd ich das Projekt mal in Angriff nehmen und den Koran durchlesen.
Das Zinsverbot im Islam ist übrigens ein gewaltiger Vorzug. -
Die Frage hab ich schon mal beantwortet. Einfach durchblättern. (So viele waren es jetzt bisher noch nicht - findest Du leicht)
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Eine recht schwierige Frage, weil die Qualität seiner Werke nicht wirklich schwankt. Was er in jüngeren Jahren schrieb, variiert im Ton leicht zu dem, was er später schrieb, aber im Prinzip ist alles wie aus einem Guss - immer klug beobachtet, immer treffend formuliert.
Mein Lieblingswerk ist die Welt als Wille und Vorstellung. Wenn ich nur noch eines seiner Bücher lesen dürfte, oder in die Einöde nur eines mitnehmen dürfte, würde ich dieses wählen.
Sicher sind die Parerga und Paralipomena genauso gut, aber eigentlich bloße Ergänzungen zur Welt als Wille und Vorstellung, demnach sind sie eigentlich gar nicht als eigenständiges Werk zu betrachten. Allein die darin integrierten Aphorismen zur Lebensweisheit könnte man als eigenständiges Werk ansehen, weil sie in sich geschlossen und sogar unabhängig von seiner eigentlich Philosophie gut verständlich sind. Ich denke dieses Buch (bzw. dieser Band) ist eben deshalb so beliebt, weil es die übliche Qualität liefert, aber weniger von schwierigen und abstrakten Dingen handelt, sondern von dem Leben an sich, das jeder kennt. Für jemanden, der noch nie ein Buch von Schopenhauer gelesen hat, scheint mir das genau das richtige zu sein. Als Lieblingsbuch wäre es mir aber zu kurz und zu einseitig. Einseitig deshalb, weil es nur einen Gegenstand behandelt: Nämlich das Leben des Menschen und wie man es meistern kann.
Ein sehr gutes Buch sind außerdem die beiden Grundprobleme der Ethik (''Über die Grundlage der Moral'' und ''Über die Freiheit des menschlichen Willens''). Das war eines der ersten Bücher, welches ich von ihm las und hat damals großen Eindruck auf mich gemacht. Außerdem ist es ebenfalls unabhängig von seiner Philosophie verständlich. Ebenso wäre mir dieses Buch als Lieblingsbuch zu einseitig, weil hier nur zwei Gegenstände behandelt werden.
''Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde'' und ''Über den Willen in der Natur'' (habe ich beide in einem Band) habe ich noch nicht gelesen. Der erste Teil bildet aber nur die Grundlage für das Hauptwerk und ''Über den Willen in der Natur'' dürfte auch ergänzend wirken, daher interessant sein, aber niemals das Hauptwerk ersetzen oder dessen Vielschichtigkeit übertrumpfen können.
Es gibt noch viele kleinere Schriften und Kompendien, die aus seinem handschriftlichen Nachlass zusammengetragen wurden. Diese haben aber auch immer nur ergänzende Wirkung. Sie erleichtern das Verständnis seiner Person, seines Werdegangs, geben spezifische Einblicke in sein Leben oder können Leckerbissen für einen Schopenhauerianer sein, aber ich wüsste nichts, was die Welt als Wille und Vorstellung vom Thron stoßen könnte.
Eigentlich habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, welches seiner Bücher mein Liebstes ist, weil es eben alles aus einem Guss ist und ich dann das Gefühl haben würde, mir ein Stück Fleisch herauszuschneiden (was Kritiker übrigens gerne tun) - das will ich aber gar nicht und ich muss es glücklicherweise auch nicht. Wenn ich aber mein Lieblingsbuch wählen müsste, dann würde ich Die Welt als Wille und Vorstellung wählen. Schlicht, weil es am vielseitigsten ist und das Fundament bildet, auf dem die Parerga und Paralipomena stehen und welche das Hauptwerk zwar ergänzen und zieren, aber nie ersetzen können. -
Was ich ''jemals'' tun werde, kann ich jetzt noch nicht wissen. Ich könnte versichern, dass ich für immer anonym bleibe, dann könnten allerdings andere Umstände eintreten und mich Motive, die jetzt noch nicht auf mich wirken und welche ich jetzt eventuell noch gar nicht kennen kann, umstimmen. Ebenso könnte ich die felsenfeste Absicht fassen, mich zu zeigen und es dann aus irgendwelchen Gründen doch nicht tun. Wer kann das schon vorraussehen? Ich habe es bisher nicht vor, mich zu zeigen, sehe auch gar keinen Grund dazu (außer dass konzentrationsschwache Menschen endlich etwas hätten, was ihre Augen verfolgen könnten), schließe es aber auch nicht aus. Im Moment trenne ich das Projekt Youtube und mein Privatleben strikt. Ein Normalsterblicher kann, selbst wenn er sich bemüht, nur recht wenig über mich herausfinden - und das finde ich gut.
Man konnte beobachten, dass Youtuber, die sich ursprünglich anonym halten wollten (Ich würde zum Beispiel Jo Cognito oder Dian the Saint anführen) mittlerweile offen gezeigt haben. Es ist möglich, dass das bei mir irgendwann auch so sein wird.
Das Problem ist: Die Vorstellung, auf der Strasse von Fremden angesprochen zu werden, oder gar, dass Fremde an meiner Haustür klingeln, gefällt mir nicht besonders und darauf kann ich getrost verzichten. Selbstverständlich unter der Vorraussetzung, dass diese Fremden mir freundlich gesinnt sind. Dass man auch eher unangenehme Leute auf sich aufmerksam machen kann, wenn man keinen Kuschelkurs fährt, kommt noch dazu.
Natürlich ist das alles hanebüchen, solange man noch so wenige Abonnenten hat, wie ich sie habe. Da wird einen niemand ansprechen oder belästigen; die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering. Aber gelangt man erst mal in höhere Sphären - und das will man ja schließlich! - dann wird das ganze zu einer Problematik, welche ich von Anfang an unter Kontrolle haben will. -
In meinen Augen sind das unhaltbare und blösinnige Vorwürfe. Jeder, der anständig informiert ist, sollte zunächst einmal wissen, dass Schopenhauer über sein ganzes Leben hinweg Kontakte zu Frauen pflegte, die positiver Natur waren. Es mögen (nach heutigem Maßstab) nicht all zuviele gewesen sein, aber es gab sie, womit schon einmal festgestellt ist, dass bei ihm nicht irgendeine krankhafte Ablehnung von Frauen existierte, dass er zu differenzieren verstand, da er wusste, dass es Ausnahmen gab - sonst hätte er sich zu diesen Frauen, welche wohl die Ausnahme bildeten, nicht hingezogen gefühlt - und dass diese ganze Geisteshaltung nicht aus Ablehnung ihm gegenüber entstanden sein konnte. Denn wenn er auch nie verheiratet war, hatte er doch Beziehungen, womit die These vom einsamen Griesgram, der sich von der Frauenwelt unverstanden fühlte, auch schon widerlegt ist. Sind also diese Schein-Argumente, welche darauf bauen, dass der Zuhörer nicht ausreichend informiert ist, widerlegt, wird ein entsprechender Verleumder wohl als nächstes anführen, dass Arthur doch ein sehr schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter gehabt habe. Das stimmt ausnahmsweise sogar, allerdings hatte Arthur mit Sicherheit seine Gründe dafür, welche aber hier keine Rolle spielen. Allein sein schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter hat hier Relevanz, da es angeblich der Auslöser für seine Äußerungen und sein Verhältnis zu Frauen hätte sein können. Dass das Verhältnis einer Mutter zu ihrem Sohn eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie er sich Frauen gegenüber später verhält, ist klar. Dass allerdings diese Umstände so weit gereicht haben sollen, einen derart brillianten und objektiven Geist, der doch an unzähligen Stellen seine ausgezeichnete Auffassungsgabe unter Beweis gestellt hat, derart zu blenden, dass er etwas ganz und gar falsches und unsinniges schreibt (denn in den Augen der Kritiker ist es wohl falsch und unsinnig), ist ein so dummer Einfall, dass er nur jemandem kommen kann, der von Urteilskraft nichts versteht und der alle übrigen, treffenden Stellen nicht kennt, also kurz: von einem ahnungslosen Tropf.
Es mag durchaus sein, dass Schopenhauer an vielen Stellen Subjektives einstreut - das gehört mir zu seinem Temperament. Dass er Hegel immer und immer wieder beschimpft, kann daran liegen, dass Hegel sein Konkurrent war und Schopenhauer - nach weltlichen Maßstäben gemessen - besiegte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Hegel ein Scharlatan war.
Ebenso kann es durchaus so sein, dass Schopenhauer dann, wenn er über Frauen schreibt, subjektives, bissiges und böses einstreut - Aber das ist nicht das Kriterium, nachdem entschieden wird, ob jemand Recht hat, oder nicht.
Anstatt in Schopenhauers Privatleben zu wühlen wie in einem Ramschladen, rate ich, zu überprüfen, ob die Argumentation vernünftig ist und ob die gezogenen Schlüsse zur realen Welt passen. Das sind schon eher die Kriterien, nach denen herausgefunden werden kann, ob jemand Recht hat oder nicht.
Sollte nun irgendein Mensch fähig sein, objektiv zu urteilen, also Urteilskraft besitzen, wird er feststellen, dass der Großteil dessen, was Schopenhauer über die Frauen schrieb, zutreffend ist. Einige Aussagen sind möglicherweise falsch, aber insgesamt ist es ein brilliantes Essay und keine bloße Anhäufung von Beleidigungen.
Das zu erkennen wird übrigens jede eminente und kluge Frau zu begreifen sofort fähig sein, denn eine solche hat zum einen genügend Verstand, ist also fähig dazu, was andere offenbar nicht sind - und zum anderen wird sie sich von den entsprechenden Stellen überhaupt nicht angegriffen fühlen, sondern darüber vollkommen beruhigt sein, weil sie weiß, dass sie die Ausnahme von der Regel ist, welche beschrieben wird. Sie wird dann auch keinen Anlass sehen, ihre Geschlechtsgenossinnen zu verteidigen, weil sie sich naturgegeben von jener Gruppe abhebt, also keinen Anlass hat, Partei zu ergreifen.
Dumme, schlechte Frauen dagegen werden sofort mit glühendem Fanatismus widersprechen und alles bestreiten, weil sie, indem sie die große Masse der Frauen, welche zu Recht kritisiert werden, in Schutz nehmen, sich selbst zu schützen versuchen und damit augenblicklich eingestehen, dass sie selbst nur ein Partikel der Masse sind und kein Stückchen besser. Es kann auch vorkommen, dass Männer Schopenhauers Thesen bestreiten, aber ich würde dann in neun von zehn Fällen darauf wetten, dass sie das aus ganz bestimmten Absichten heraus tun, die jedem bestens bekannt sein dürften.
Auf die einzelnen Stellen des Essays (und außer diesem gibt es noch andere Stellen) werde ich hier nun nicht mehr eingehen, aber ich kann - ohne es jetzt noch einmal gelesen und wiederaufgefrischt zu haben - sagen, dass die meisten Stellen genauer Beobachtung entsprungen und treffend formuliert sind.
Abschließend würde ich sagen, dass Schopenhauer nicht ein Frauenfeind war, sondern lediglich ein mutigerer Mann, als die meisten anderen. Hierbei muss aber noch bemerkt werden, dass er zumindest das Essay zu einem Zeitpunkt schrieb, als ihm die Gunst der Frauenwelt nicht mehr so wichtig sein konnte, wie sie es in jungen Jahren gewesen sein muss und außerdem zu einer Zeit, als man sich in der Tat noch um einiges freier äußern konnte, als heute.
Ich bin zu jung um meine Hand für seine Aussagen ins Feuer legen zu können, habe aber bisher die Frauen meistens ziemlich genauso vorgefunden, wie er sie beschreibt und gehe davon aus, dass es bis auf eine Hand voll Ausnahmen, auch die nächsten 50 Jahre so bleiben wird. -
Tja, zu mancherlei Gegenständen wohl durchaus, z.B. ist der moderne Begriff der Würde des Menschen falsch konstruiert worden, weshalb der Mensch in falscher Beziehung zu seiner Umwelt, also Mitmenschen, Tieren und der Natur überhaupt steht. Außerdem muss der alberne aufklärerische Fortschrittsglaube wie auch verschiedene blödsinnige Thesen der Aufklärung eliminiert werden, wie z.B. der Glaube daran, dass der Mensch von Natur aus ''gut'' sei. Es gibt noch viele andere Dinge, aber was mir das Elementarste scheint, ist folgendes:
Lange Zeit vermutete ich, dass die Entwicklung der Philosophie mit Schopenhauer abgeschlossen sei. Er lässt sich nicht widerlegen, es ist aber auch nicht möglich, noch tiefer in das Wesen der Welt einzudringen.
Vor einiger Zeit kam in mir allerdings die Idee auf, Schopenhauers Prinzip von "Velle" (Wollen = Willensbejahung) und "Nolle" (Willensverneinung) auszuarbeiten, es also in einen sozialen und gesellschaftlichen Kontext zu setzen.
Also gewissermaßen nicht mehr von einem Individuum auszugehen, welches als individuelle Erscheinung das ''Nolle'' - anstatt des ''Velle'' wie alle anderen - praktiziert, sondern von der Gesellschaft als ganzem. Zum Beispiel ist es einem Menschen natürlich, einen rücksichtslosen Egosimus zu praktizieren, um seine Wünsche zu befriedigen. Der Mensch kann jedoch mittels seiner Vernunft von diesem Standpunkt abgehen, den Egoismus in seine Schranken verweisen, also den Willen verneinen, womit er sich von einem Wahn befreit, indem jeder ursprünglich befangen ist. Dieser Akt vollzieht sich in Folge der Erkenntnis, dass der andere im Prinzip dasselbe ist, wie man selbst, folglich die eigenen Wünsche nicht mehr wert haben können, als seine. Diese Erkenntnis schließt aber auch die eigene Existenz mit ein, woraus sich ergibt, dass der eigene Fortbestand nicht mehr wert haben kann, als der anderer - ein radikales, aber nicht ungewöhnliches Beispiel dafür finden wir dann, wenn ein Mensch sein Leben für das eines anderen opfert.
So eine edle und christliche Handlung ist der Einzelperson möglich, aber die Gesellschaft praktiziert immer den grenzenlosen Egoismus, ja muss ihn praktizieren, um nicht unterzugehen. Das Individuum, wie die Gesellschaft können ein Stück weit vom Egoismus abgehen, die Willensverneinung jedoch ist mit völliger Selbstlosigkeit identisch, schließt also das bereitwillige Hinnehmen einer Vernichtung mit ein.
Im Grunde kann eine Gesellschaft also gar nicht wahrhaft altruistisch, also: friedlich, tolerant, großzügig, aufopferungsbereit sein, weil das ihrem Prinzip der Selbsterhaltung geradezu widerspricht. Bestenfalls ließe sich ein Kompromiss herausarbeiten, wie bei Martin von Tours, der dem Bettler seinen halben Mantel gibt, statt dem ganzen - was wahre Selbslosigkeit wäre.
Ich weiß nicht, wie das für fremde Ohren klingt - womöglich nur halb so interessant, wie es tatsächlich ist. Aber in meinen Augen handelt es sich um das grundlegende, metaphysische Prinzip der Welt und so wie die Welt Wille ist, sind alle Handlungen eben Willensbejahungen oder Verneinungen. Die radikalste Willensbejahung ist grausam, rücksichtslos, brutal, also schlicht schrecklich - Die Willensverneinung ist friedlich, gütig und sanft - kann aber einem bejahenden Willen nicht widerstehen, was man in der Kreuzigung Jesu verewigt sieht.
Die Gesellschaft, der Staat muss also einen Kompromiss finden, um keine allesverschlingende Bestie zu sein, andererseits den eigennützigen Pfad nicht aus den Augen verlieren.
Diese Verknüpfungen und Zusammenhänge gilt es herauszuarbeiten. -
Ich habe ein bisschen etwas von Nietzsche gelesen, ihn aber noch nicht eingängig studiert. Was ich schon einmal sagen kann, ist, dass er sich nie von Schopenhauer hätte abwenden sollen.
Abgesehen davon gehört er vermutlich mit zu den ganz Großen; den Unkonventionellen, den Radikalen, den intellektuell Rücksichtslosen. Vor allem hatte er das, was man Charakter nennen könnte; wie Schopenhauer ist er auch ein Original.
Dennoch ist mir da zu viel Wischiwaschi dabei, zu viel nicht-brilliantes, absichtlich verschwurbeltes, unverständliches, obskures und sinnlos-provokantes. Er lässt zu viel Raum für Interpretation; man hat das Gefühl, er ''tanzt'' durch seine Werke, anstatt sie mit festen Schritten zu durchschreiten - und das alles ist nicht so wirklich etwas für mich.
Da er sich von Schopenhauer abwendete und mir von Nietzsche nichts bekannt wäre, was Schopenhauers Brillianz übertreffen würde, bin ich einigermaßen enttäuscht gewesen und uninteressiert geblieben.
Die Tatsache übrigens, dass Nietzsche bei jungen Leuten und wohl überhaupt beliebter ist als Schopenhauer, ist ein verdächtiges Kennzeichen. Das wertet ihn in meinen Augen ab. Denn wenn man dem Pöbel einen Sack voll Gold und einen Sack voll Asche hinstellt, greift der Pöbel immer nach der Asche.
Ich durfte außerdem einmal einen Nietzscheaner kennenlernen, der vermutlich einer der klügsten, gebildetsten und dennoch leider einer der allerborniertesten und unerträglichsten Menschen überhaupt war (unbeschreiblich!) - Möglicherweise hat mir das auch mit zum Teil Nietzsche ein wenig madig gemacht.
Dennoch, wie gesagt: Nietzsche gehört zu den ganz Großen, das ist sicher; nur hat er in meinen Augen Schopenhauer weder widerlegt noch weiterentwickelt; sondern eher etwas eigenes geschaffen, das an manchen Stellen sicher ebenso von Genialität zeugt, an anderen aber sehr schwach ist. Dieses Urteil ist jedoch nicht endgültig. Ich muss erst mehr von ihm lesen. -
Eigentlich gibt es da keines, weil es schlicht und einfach eine solche Fülle an brillianten Aphorismen gibt, dass ich mich da eigentlich gar nicht entscheiden will. Natürlich gibt es bestimmte Stellen, die mir besser gefallen, als andere; z.B. einige, die Du schon auf twitter aufgespürt hast, welche übrigens aus seinem handschriftlichen Nachlass stammen, also zum Beispiel: ''Ihr klagt über die Flucht der Zeit: sie würde nicht so unaufhaltsam fliehen, wenn irgend etwas, das in ihr ist, des Verweilens werth wäre.'' Außerdem: ''
Ich weiß wohl, daß jeder denkende Mensch seine Zeit für die allererbärmlichste hält: aber ich muß gestehn, daß ich von der Illusion nicht frei bin.'', welches Zitat im Moment sämtliche Profile schmückt und das zu Recht: Denn bei diesem Zitat fühle ich mich ihm unmittelbar verbunden, kann im Handstreich diese Epoche geißeln, muss seine Redlichkeit bewundern, indem er einräumt, dass es sich eben doch nur um eine Illusion handle und sehe letztlich alle großen Geister durch diesen einen Satz an einem Band verknüpft, durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; weiß sicher, dass jeder einzelne an seinen Zeitgenossen und an den zu lösenden Problemen der entsprechenden Epoche zu verzweifeln drohte, dass jeder sich gewissermaßen den unüberwindlichsten Widerständen gegenübersah, diese im Prinzip aber immer die gleichen waren, wie auch die Menschen von damals, heute die selben waren und sind und auch künftig sein werden. Dieser Satz enthält viel mehr, als man im ersten Moment denken mag, aber er ist durch und durch brilliant.
Des weiteren kann ich anführen: ''Schreibt ihr Plattheiten und Unsinn in die Welt, so viel es euch beliebt: das schadet nicht: denn es wird mit euch zu Grabe getragen; ja, schon vorher. Aber die Sprache laßt ungehudelt und unbesudelt: denn die bleibt.'' - Ebenso absolut brilliant, wie er mit vernichtender Wucht und schneidender Schärfe alle Ehrlosen, alle Dummköpfe, Schmierer und Opportunisten in den Abgrund stößt und deutlich macht, dass sie nicht mehr sind, als der Staub auf den Wegen der Geschichte.
Dann kam mir noch eine Stelle aus den Aphorismen zur Lebensweisheit in den Sinn; so weit ich mich erinnere, war es das erste, was ich je von ihm las. Das war vor etwa 7 Jahren. ''Keiner kann über sich sehn. Hiemit will ich sagen: jeder sieht am andern nur so viel, als er selbst auch ist: denn er kann ihn nur nach Maßgabe seiner eigenen Intelligenz fassen und verstehn. Ist nun diese von der niedrigsten Art; so werden alle Geistesgaben, auch die größten, ihre Wirkung auf ihn verfehlen und er an dem Besitzer derselben nichts wahrnehmen, als bloß das Niedrigste in dessen Individualität, also nur dessen sämtliche Schwächen, Temperaments- und Cahrakterfehler. Daraus wird er für ihn zusammengesetzt sein. Die höheren geistigen Fähigkeiten desselben sind für ihn so wenig vorhanden, wie die Farbe für den Blinden. Denn alle Geister sind dem unsichtbar, der keienen hat: und jede Wertschätzung ist ein Produkt aus dem Werte des Geschätzten mit der Erkenntnissphäre des Schätzers. Hieraus folgt, daß man sich mit jedem, mit dem man spricht, nivelliert, indem alles, was man vor ihm voraushaben kann, verschwindet und sogar die dazu erforderte Selbstverleugnung völlig unerkannt bleibt. Erwägt man nun, wie durchaus niedrig gesinnt und niedrig begabt, also wie durchaus gemein die meisten Menschen sind; so wird man einsehen, daß es nicht möglich ist, mit ihnen zu reden, ohne, auf solche Zeit, (nach Analogie der elektrischen Verteilung) selbst gemein zu werden, und dann wird man den eigentlichen Sinn und das Treffende des Ausdrucks "sich gemein machen" gründlich verstehn, jedoch auch gern jede Gesellschaft meiden, mit welcher man nur mittelst der partie honteuse seiner Natur kommunizieren kann. Auch wird man einsehn, daß, Dummköpfen und Narren gegenüber, es nur einen Weg gibt, seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, daß man mit ihnen nicht redet. Aber freilich wird alsdann in der Gesellschaft manchem bisweilen zumute sein, wie einem Tänzer, der auf einen Ball gekommen wäre, wo er lauter Lahme anträfe: mit wem soll er tanzen?'' - Das ist nun ein ganzer Absatz, aber ich wollte ihn dennoch angeben, da es sozusagen das war, was den Funken entzündet hat und mir auch immer im Gedächtnis bleiben wird.
Zuletzt möchte ich noch eine Stelle angeben, welche durchaus auch sehr bezeichnend und wie so oft treffend genau beschrieben ist: ''[...]ein Mann von richtiger Einsicht unter den Betörten gleicht dem, dessen Uhr richtig geht, in einer Stadt, deren Turmuhren alle falsch gestellt sind. Er allein weiß die wahre Zeit: aber was hilft es ihm? alle Welt richtet sich nach den falsch zeigenden Stadtuhren; sogar auch die, welche wissen, daß seine Uhr allein die wahre Zeit angibt.''
Du kannst mir einmal erläutern, warum Dir das von dir angeführte Zitat so gefällt. -
Das ist ganz schwer zu sagen. Genau genommen sind alle etablierten Medien (Also Tageszeitungen, Fernsehsender usw.) in Deutschland gleichgeschaltet. Wichtig ist weniger was, sondern WIE man es liest. Zum Beispiel genau auf Tendenzen zu achten, wie etwas geschrieben ist. Wenn z.B. ein Artikel aus der Zeit, welcher abschließend über die Intervention in Libyen berichtet, schon mit ''Dieser Krieg war gerecht'' überschrieben wurde, sollte jedem sofort klar sein, dass hier der (äußerst schlecht getarnte) Versuch unternommen wird, dem Leser eine ideologisch gefärbte Meinung einzupflanzen. Aber: Wenn diese Zeitung das an dieser Stelle versucht, versucht sie es an anderen Stellen womöglich genauso, nur auf viel raffiniertere Art und Weise. Daher muss man sehr, sehr wachsam bei diesen Dingen sein. Manche Dinge werden verschwiegen, andere verdreht, andere wiederum werden offen gesagt, aber dort, wo es niemand findet. z.B. wurde das ARD-Interview mit Putin bzgl. des Georgienkriegs zur Hauptsendezeit geschnitten und verfälscht ausgestrahlt - das vollständige Interview dagegen nicht verheimlicht - weil das wiederum ein zu offensichtlicher Manipulationsversuch gewesen wäre - sondern ebenso ausgestrahlt, jedochum 6 Uhr morgens auf dem WDR oder NDR etc. Selbiges trifft auf eine Dokumentation zu, in welcher es um die großen Wasservorkommen in Libyen, welche Gaddafi erschließen ließ, geht (Wurde ebenfalls nachts/morgens ausgestrahlt) - So bleibt dann immer das Schlupfloch, dass man ja gar nicht lüge oder vertusche, sondern sehr wohl alle Informationen frei zur Verfügung stelle; der Zuschauer bzw. Leser müsse sich eben nur selbst etwas darum bemühen.
Das sind so die typisch deutschen Manipulations- und Verdrehungsversuche, die man permanent zu sehen bekommt, wenn man nur erst einmal ein geschultes Auge für diese Dinge bekommen hat.
Ich könnte noch einige andere derartige Beispiele anführen.
Ich sehe nicht fern und lese keine Tageszeitungen und beziehe daher letztlich fast alle Informationen aus dem Internet. Dort suche ich dann z.B. Zeit.de oder Spiegel.de auf, aber nie ohne entsprechende Aufmerksamkeit und Beachtung der Tendenzen. Dann ist es auch sinnvoll einfach mal diverse Stichwörter bei google einzugeben und zu schauen, was für Seiten oder Blogs man so findet. Youtube-Videos können eine nützliche Anlaufstelle sein; vor allem aber auch die darunterstehenden Kommentare anderer user. usw. usw.
Nirgends bekommt man reinen Wein eingeschenkt. Man muss sich alle Fetzchen selbst mühsam zusammensuchen und zusammensetzen. Übrigens erhalte ich zur Zeit sehr viele Informationen von einem guten, russischen Freund, der Zugang zu einer (so aberwitzig das in europäischen Ohren klingen mag) freien Presse hat und meist sehr gut über das aktuelle Weltgeschehen informiert ist.
Über twitter stieß ich auf intelligence.de - Ein eindeutig nicht politisch konformes Portal, welches einige sehr gute Artikel mit wichtigen Fakten zu bieten hatte. Habe länger nicht reingeschaut, ist aber einen Blick wert.
Was ich suche, ist ein Portal, welches Auslandszeitungen ins Deutsche übersetzt - Es ist wichtig, Informationen verschiedener Quellen zu erhalten, um vergleichen zu können. Die Sicht von Europa aus auf die Welt ist leider sehr einseitig. -
Es kommt darauf an, um welche Theorien es sich handelt. Wenn es Indizien dafür gibt, dass eine These zutreffen könnte, die Indizien seriös vorgetragen werden, das ganze ordentlich recherchiert wird, usw. ist dagegen nichts zu sagen. Was mich abstößt, sind vollkommen durchgeknallte Spinner, die ganze Fantasiewelten erschaffen und somit Thesen, die aller Wahrscheinlichkeit nach wahr sind, diskreditieren.
Im übrigen werden einige Thesen, oder sagen wir doch besser: Tatsachen, welche man hierzulande als Verschwörungstheorien bezeichnet, in anderen Ländern als legitime Meinung und Ansicht verstanden, soll heißen: Es wird in der Presse offen darüber gesprochen und es werden seriöse, vernünftige Bücher darüber geschrieben.
Oder sagen wir es noch dreister: Was ein deutsches Spießbürgerlein verschrecken mag, ist anderen Menschen anderer Nationen längst bekannt.
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Ich bin Atheist. -
Das ist ein sehr umfangreiches Thema, aber um es kurz (und das ist wahrlich kurz!) zu halten, würde ich folgendes dazu sagen: Die Religionen erfüllen alle einen Zweck und zwar den, das metaphysische Bedürfnis der Menschen zu befriedigen, weil der Mensch es nun einmal kaum ertragen kann, einen geöffneten Horizont voller Unerklärlichem vor sich zu haben und dieser auf irgendeine Weise begrenzt werden muss; so dass man nicht in ständiges Grübeln und Sorgen verfällt, sondern stets einigermaßen beruhigt ist über den Gang der Welt und des Schicksals usw. Die Grundregel lautet, dass die primitiven Menschen die Religion, die eminenten dagegen die Philosophie zur Befriedigung dieses metaphysischen Bedürfnisses hernehmen. Natürlich gibt es vielerlei Abstufungen: so werden sich zum Beispiel nur die allerprimitivsten Menschen vollständig zu der ihnen aufgezwungenen Religion bekennen, da sie sich gewissermaßen dressieren haben lassen. Die etwas eminenteren könnten schon in Zweifel und Grübelei verfallen und sich von ihrer Religion lossagen, dann entweder eine andere suchen, oder ein nicht-religiöses Weltanschauungskonzept entwickeln oder sich auf die Naturwissenschaft stützen usw. Dieser Weg könnte aber schlussendlich auch wieder zur Religion zurückführen und auch kann es sein, dass ein eminenter Geist aus weiß der Teufel was für Gründen, felsenfest an Gott glaubt, obwohl er alle anderen ihm eingeimpften Dogmen im Gegensatz dazu hat leicht abschütteln können, stets alles hinterfragt, nichts einfach für sicher nimmt, usw. - Man muss also gegebenenfalls den Einzelfall sehr genau prüfen und kann die entsprechende Regel offensichtlich nicht grundsätzlich anwenden.
(Der Glaube an sich entspringt nicht aus vernünftiger Überlegung; bloße Dressur scheint er aber auch nicht zu sein.)
Jedenfalls ist die Religion an sich für primitive Menschen eine recht gute Krücke und kann wohl auch einigermaßen zur Erklärung der Welt und des Lebens taugen. Schopenhauer nennt es Wahrheit im Gewand der Lüge.
Allerdings ist auch noch zu beachten, dass es einige Religionen gibt, welche bestialische und barbarische Bräuche praktizieren, Vernichtung oder Unheil für alle Ungläubigen fordern oder zumindest herbeisehnen u. drgl. m. Außerdem sind sie auch in Verbindung mit der Dressur des Menschen ein äußerst gefährliches Werkzeug.
Einige Religionen sind besser als andere; manche kann man nur als verachtenswert und abscheulich bezeichnen; man muss da aber auch sehr genau alle Tatsachen überprüfen.
Das Christentum ist eine sehr eminente Religion - zumindest verglichen mit gewissen anderen. Anstatt völlig verfault zu sein, ist nur die Schale faul, der Kern hingegen ist edel und rein. Wenn man davon absieht, was unter christlicher Flagge alles angerichtet wurde und lediglich beachtet, was unter christlicher Flagge hätte getan werden sollen, ist es eine sehr gute Religion.
Ich bin zwar Atheist, aber das Christentum und die christlichen Werte müssen unbedingt verteidigt werden.
Solltest Du noch irgendwelche spezifischen Fragen haben, kannst Du sie ja stellen; ich kann nun nicht auf alles eingehen. Ich für meinen Teil brauche die Religion überhaupt nicht, aber ich weiß, dass das Christentum, auch wenn es vieles darin gibt, was mir nicht zusagt, ein natürlicher Verbündeter Deutschlands und Europas ist, mir damit näher steht als andere Religionen (von welchen einige - wie gesagt - diesen mir natürlichen Verbündeten oder sogar mich selbst als Feind ansehen), außerdem dass seine Grundlehre richtig und in vierlerlei Hinsicht förderlich für die Menschen ist (oder zumindest sein kann) und womöglich ist es sogar so, dass das Christentum Europa zusammenhält oder um dramatischer zu sprechen: den Untergang der europäischen Zivilisation verhindern kann. In dieser Hinsicht ist es unbedingt erforderlich, das Christentum zu verteidigen. -
Sehr richtig! Eigentlich hat er sehr wohl einen Platz in der Walhalla verdient, am besten neben Kant. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten: ohne ihn ist sie unvollkommen. Würde man mich fragen, wäre ich sofort dafür, ihm eine große Gedenkstätte zu errichten und gerne auch von gewaltigen Ausmaßen - je größer, desto besser! So dass jeder, der seine Geistesgröße nicht zu fassen vermag, zumindest vor der schieren Gewalt des Gebäudes oder der Statue in Ehrfurcht versetzt wird.
Aber um realistisch zu bleiben: Es wäre vermutlich eine sehr gute Idee, Schopenhauer für die Walhalla vorzuschlagen, wobei anzumerken ist, dass man die Kosten zu tragen hätte, was ich sogar mit Freuden tun würde, wenn sie nicht so hoch sind, dass ich es einfach nicht könnte. Ich werde mich mal bei der Verwaltung dort erkundigen. -
Das weiß ich nicht. Das musst Du selbst entscheiden.
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Auch wenn dich das vermutlich enttäuschen wird, muss ich gestehen, dass ich diese weibische Visage nicht mehr sehen kann. Er ist natürlich ein kluger und gebildeter Mann, auch ein sehr fähiger Redner, aber selbstverständlich kein Philosoph. Ein Spaßphilosoph oder ein Modephilosoph vielleicht: Letzteres trifft es sehr gut, weil Precht eben gerade in Mode ist bei den Massen, welche ''alles wissen, aber nichts lernen wollen''. Genau darauf hat er auch abgezielt mit seinen Buchtiteln: Kein vernünftiger und ernsthafter Philosoph würde sein Buch ''Wer bin ich und wenn ja, wie viele?'' nennen. Warum hat er es so genannt? Weil es halt irgendwie ''witzig'' und ''erfrischend'' klingen soll, weil genau das gut ankommt bei besagten Massen und sich das ganze so viel besser verkauft. Precht ist gewissermaßen für die Philosophie, was David Garrett für die Musik ist.
Andererseits muss man ihm zu Gute halten, dass er a) nicht versucht zu vertuschen, zu verdrehen, zu verschwurbeln, hochtrabendes Wischiwaschi abzuliefern, das keiner verstehen könnte und auf diesem Wege Ruhm zu ernten, sondern dass er alles offen und einfach erläutert, immer sehr bedacht darauf, dass sein Publikum ihn auch verstehen kann (was schon sehr viel ist) und b) dass er der Philosophie Starthilfe gibt, sich wieder besser zu etablieren, also aus dem Elfenbeinturm herauszukommen, wie er - glaube ich - selbst einmal sagte. Für die Massen ist es natürlich besser ihn, als irgendeinen totalen Schund, zu lesen; Dir aber würde ich empfehlen, dich nicht allzu lange mit Precht aufzuhalten! Lies die großen Philosophen direkt und ungefiltert; Du brauchst diese Sekundärliteratur nicht!
Übrigens habe ich nur ein Buch (nämlich das oben erwähnte) von Precht gelesen (weil es mir zufällig in die Hände fiel) und das ist schon einige Jahre her, daher kann ich mich an den Inhalt überhaupt nicht mehr erinnern (was womöglich auch etwas über die Qualität des Buches aussagt). Insofern kann ich seine schriftstellerischen Fähigkeiten jetzt nicht beurteilen, aber wenn ich mich recht entsinne, nimmt er unzählige Fetzchen, flickt diese zu einem lückenhaften Teppich von Informationen zusammen, würzt das ganze mit Anekdoten und kommt letztlich zu dem Schluss, dass er zu keinem sicheren Schluss kommt. Das beeindruckte mich jedenfalls nicht sonderlich. Völlig niedermachen will ich ihn natürlich nicht. Es ist - wie gesagt - kein totaler Schrott und er ist auch nicht dumm, aber es steht Besseres zur Verfügung, insofern ist der Mann mehr oder weniger überflüssig - zumindest für mich. Und für dich auch!
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Nikolai Alexander’s Bio
Ich weiß wohl, daß jeder denkende Mensch seine Zeit für die allererbärmlichste hält: aber ich muß gestehn, daß ich von der Illusion nicht frei bin.




