5/8/13 – Great news friends, Formspring has been saved and is now under new management. Get ready for some cool and exciting new features. Stay tuned for more updates and happy posting!!

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Recent Responses

    1. Martin Schimak
    2. Martin Schimak

      Ein Lehrer muss die Vorgaben der Schulverwaltung möglichst unbeeinträchtigt an sich abprallen lassen. Er muss mutig sein eigenes pädagogisches Know-How nach bestem Wissen anwenden. Und er muss seine eigene Arbeit als kontinuierlichen Lern- und Anpassungsprozess betrachten, der sowohl durch seine praktische Arbeit mit Kindern als auch durch kontinuierliche Fortbildung gesteuert und geformt wird.

      (Diese Fortbildung wird dank nutzloser, unendlich viel Energien raubender und teurer Zentralverwaltung zumeist auf eigene Zeit und Kosten stattfinden müssen, was unser Lehrer möglichst gelassen als "part of the game" hinnehmen muss.)

    3. Martin Schimak
    4. Martin Schimak
    5. Martin Schimak

      Ich gehe davon aus, dass durch die obligatorische Gesamtschule auch "bildungsferne" Eltern ihre Kinder regelmässig in etwas interessanten Bildungseinrichtungen unterbringen werden - und sei es durch "Zufall" - und würde hoffen, dass die Durchmischung langsam aber doch Früchte tragen wird und ausgleichend wirkt. Davon abgesehen trifft das Problem, dass man durch mangelnde Bildung seine Chancen uU nicht erkennen, bewerten und nutzen kann natürlich nicht nur hier zu, sondern auf beinah alles im Leben. Das Problem ist hier allerdings verschärft, weil es um die nächste Generation geht, also um eine mögliche Problemfortschreibung.

      So wie das Lernen der Kinder vor allem durch Sich ausprobieren, Fehler machen und vor allem auch Abschauen (im besten Sinn!) funktioniert, glaube ich eben, dass auch das Besserwerden ganzer Systeme nur funktioniert, wenn man ausprobieren darf, besser werden darf, abschauen darf. Ich gehe davon aus, dass Schulen, die vielleicht momentan nicht so innovativ sind sich entweder nach der Decke strecken und beim Nachbarn abschauen, was die besser machen, warum die begehrter sind oder eben wenns ganz schlecht läuft auch wieder von der Landkarte verschwinden. Solche Prozesse zuzulassen halte ich für essentiellst um überhaupt besser werden zu können, eine "von oben" lernende Institution gibt es fürchte ich nicht. Insofern ist auch der Satz vom "gleichen Zugang zu Extrawürsten" immer noch irreführend. Ein gewisses Mass an Extrawürsten ist notwendig, weil sich erst durch deren Existenz herausstellt, welche Extrawürste hervorragend schmecken und welche sich dann doch als Topfen erweisen. Die "Extra"-wurst von gestern ist ein Grundnahrungsmittel von heute.

    6. Martin Schimak

      Ich glaube, dass ein faires System, das qualitative Differenzierung auf Basis von öffentlich und privat organisierter Eigeninitiative zulässt und allen gleiche Zugangschancen dazu eröffnet die Voraussetzung dafür ist die Qualität des Schulsystems insgesamt zu heben. Im Zeitraum von 6-15 bin ich weiters dafür allen Schulträgern vorzuschreiben, dass Schulen als Gesamtschulen zu führen sind.

    7. Martin Schimak

      Ich habe kein grundsätzliches Problem mit einer niedrig bleibenden Geburtenrate, solange es durch den Zuzug junger MigrantInnen kompensiert werden kann. Ganz abgesehen davon, dass ich als alter Mensch von einer mich umgebenden Jugend wirtschaftlich abhängig sein werde, möchte ich jedenfalls auch aus Gründen der Lebensfreude dann nicht in einem "Altersheim Europa" leben. Wenn das Gleichgewicht Alt/Jung längerfristig kippt, werden meiner Einschätzung nach unsere eigenen Kinder tendentiell auch in andere Zonen auswandern.

    8. Martin Schimak

      Die Freude am "Kinder haben" ist für diejenigen, die nach wie vor Kinder haben der Ausgleich. Auch für mich. Sonst würden sie es, würde ich es nicht tun.

      Gleichzeitig ändert das rein gar nichts daran, dass ein Tragen der finanziellen Lasten aufgeteilt werden muss, wenn die finanziellen Vorteile ebenfalls aufgeteilt werden. Es ist allerdings mit ein Grund dafür, warum die Durchsetzung so schwer fällt. Wenn niemand mehr Kinder hätte, würde die finanzielle Kostenteilung sehr schnell zum Mehrheitsinteresse...

    9. Martin Schimak

      Ich bin nicht für "staatliche Zuschüsse an Privatschulen". Ich bin für möglichst autonome Schulen unterschiedlichster Trägerschaft und mündige Kinder und Eltern, die sich ihre Schule aussuchen. Mit einem entsprechend ausgestalteten Schulscheckmodell spielt es keine ökonomische Rolle mehr, ob eine Schule privat oder öffentlich organisiert ist. Jede/r kann in jede Scnule gehen.

      Das ist daher das genaue Gegenteil eines Modells für "Kinder der Bildungselite". Mir scheint offen gesagt, Du hast Dich nicht mit meinen Aussagen auseinandergesetzt, sondern nur Schlagworte wahrgenommen und in die üblichen Schubladen übersetzt.

      Auch setze ich mich nicht für "Mehrstufenklassen" für die "Bildungselite" ein, sondern für einen zügigen flächendeckenden Ausbau, der zumindest so rasch vonstatten gehen soll, dass er der jeweiligen Nachfrage danach entspricht.

    10. Martin Schimak

      ad 1) Die Art und Weise der Fragestellung geht an meinem kleinen Text für mich ziemlich weit vorbei. Mir geht es nicht so sehr darum, mit irgendwelchen Anreizen irgendjemandes Zeugungsfreudigkeit zu steigern. Sondern es geht mir zunächst um eine faire Verteilung von Lasten und Nutzen. Darauf hab ich auch nicht den Stein der Weisen gepachtet, möchte aber unvoreingenommen drüber reden können. Der Rest soll sich dann von selbst ergeben. Wenn es dann noch immer weniger Nachwuchs gibt als wir brauchen, dann wird es eben entsprechende Zuwanderung geben. Ist mir recht. Das ist nämlich gar nicht so sehr mein Punkt. Ich will niemandem vorschreiben, wie er leben soll. Voraussetzung dafür sind aber möglichst faire Verhältnisse.

      Das Problem in der Debatte besteht darin, dass der (notwendige) vertikale Lastenausgleich ("von oben nach unten") eine Debatte über den ebenso notwendigen horizontalen Lastenausgleich verunmöglicht: Eine Managerin mit Kindern darf nicht schlechter gestellt sein als eine Managerin ohne. Ein KFZ-Mechaniker mit Kindern darf nicht schlechter gestellt sein als einer ohne. Ein Lehrer mit Kinder darf nicht schlechter gestellt sein als ein Lehrer ohne.

      ad 2) Nein, das halte ich nicht für möglich.

    11. Martin Schimak

      Die hübsche Dame auf dem Foto ist meine 2. Tochter, auf dem Foto 2 1/2 mittlerweile 3 1/2. Das war ein wunderschöner Sonnentag beim Heurigen im Spätsommer 2008, ein bisschen ausserhalb von Wien.

      Und wie ich zu ihre gekommen bin? Nun, das war witzigerweise in einer Nacht auf einem Bergbauernhof... aber die ganze Geschichte erzähle ich jetzt trotzdem nicht! ;-)

    12. Martin Schimak

      Vao, eine schwierige Frage. Ich versuche zwei Aspekte herauszuarbeiten, ok?

      1. Es gibt natürlich die rein ökonomische Seite. Und auch wenn man sich immer beeilt hinzuzufügen "die ist nicht alles" (und das stimmt!) halte ich sie für die Entscheidung, ob man letztlich Kinder haben möchte dennoch für sehr relevant. Kinder zu haben "lohnt sich" aus individueller Sicht nicht mehr. Daher tuns nur noch die, die trotzdem wollen - und das sind eben weniger als früher. Der Grund dafür liegt für mich darin, dass wir den ökonomischen "Nutzen" einer nachfolgenden Generation weitgehend "vergesellschaftet" haben (insb durch das System öffentlicher Pensionen), wohingegen wir die ökonomischen Lasten (direkte Kosten, Verlust von Pensionszeiten, Einkommensverlust durch Karriereknick, verminderte Karrierechancen durch stark erhöhte private Belastung) ökonomisch immer nur halbherzig ausgleichen. Im Ergebnis gibt es dadurch momentan immer noch eine ökonomische Umverteilung von Familien mit Kindern zu Kinderlosen.

      Dieses Problem betrifft vor allem die "Mittelstandsfamilien" nicht so stark die ganz kleinen Verdiener. Warum?

      Die ökonomische Leitlinie müsste für mich sein, dass die Entscheidung Kinder zu haben keine finanziellen Verluste nach sich ziehen darf. Und dabei ist genau zu analysieren und das Lebenseinkommen zu betrachten. Weil nicht nur die direkten Kosten von Kindern eine Rolle spielen (die für alle im wesentlichen gleich sind), sondern eben auch die Verminderung des nachfolgenden Lebenseinkommens, muss man sich hier daher klar vor Augen führen, dass so eine Betrachtung dann bedeutet, dass man einem Universitätsdozenten, der sich für Kinder entscheidet (und deshalb vielleicht nie Professor wird, weil er zB in Folge weniger publiziert) einen höheren finanziellen Ausgleich bieten muss als einem Friseur. Mit anderen Worten: die Höhe des Einkommens müsste meines Erachtens eine stärkere Rolle spielen, weil der Einkommensverlust bei steigenden Einkommen eben höher ist. Umsetzen liesse sich dies zB, indem man neben einer für alle gleichen Abdeckung der direkten Kosten von Kindern (= Familienbeihilfe) auch steuerliche Pauschalabsetzbeträge für Eltern einführt, die die typischen Realverluste ausgleichen. Diese Absetzbeträge haben daher nichts mit den direkten Kosten der Kinder zu tun, sondern sind ein Ersatz für die Karriereverluste der Eltern! Und genau dieser Aspekt fehlt in der politischen Debatte leider zur Gänze...

      Weil aber genau das von vielen - eher von links - als "ungerecht" empfunden wird (politisches Schlagwort "jedes Kind ist gleich viel wert" und basta) stecken wir in diesem Bereich völlig fest und dürfen weiterhin beobachten, dass sich gerade gut gebildete, ganz gut verdienende Kreise immer seltener für Kinder entscheiden. Nona, könnte man mit dieser Perspektive nun fast sagen...

      2. die Bildung und Ausbildung des Nachwuchses. Auch hier ein bisschen Analyse und dann ein sehr konkreter Vorschlag. Ich glaube, dass unser Bildungssystem in der Tiefe daran krankt, dass das Vorleben und Ausprobieren verschiedenster Modelle und Alternativen vor Ort und im Kleinen nicht gefördert wird und die guten und begehrten Modelle, nach denen im Lauf der Zeit die Nachfrage ganz natürlich steigt, nicht mehr oder weniger automatisch mit höheren Mitteln versehen werden. Wir haben einerseits das staatliche Schulsystem, trotz mancher Bemühungen immer noch sehr zentral und für alle Beteiligten oft recht frustrierend, andererseits einige Privatschulen, an denen zum Teil auch sehr innovative Modelle ausprobiert werden, die sich aber wirklich nur diejenigen leisten können, die es sich eben leisten können doppelt zu zahlen: Denn wir finanzieren ja alle immer die staatliche Schule, wenn ich mein Kind woanders hinschicke dann bekomme ich dieses Geld ja deshalb nicht retour... Und damit sind wir wieder ein bisschen bei der Ökonomie: dieser Mechanismus der "Wettbewerbsverzerrung" zugunsten öffentlicher Schulen verhindert das Aufblühen der Eigeninitiative in diesem Bereich und verhindert daher auch, dass auch öffentliche Schulen etwas stärker gefordert wären besser zu werden.

      Aufgrund des Gesagten und da ich meine, dass alle Kinder die gleichen Chancen zur Bildung haben sollten, bin ich für ein Schulschecksystem. Jedes Kind bekommt einen Schulscheck und trägt diesen in die öffentliche oder private Schule seiner Wahl. Damit kann man gewährleisten, dass die Dotierung "guter" Schulen (was gut bedeutet ist subjektiv und kann daher durchaus vielfältig sein) immer dann steigt, wenn die Nachfrage nach ihr steigt und sie in der Lage ist entsprechend auszubauen. Heute müssen Eltern die eine bestimmte Art von Unterricht wollen (zB reformpädagogische Ansätze) bei Zentralbehörden betteln gehen. Meist passiert dann wenig ausser medial verkaufbaren Alibikationen. Ich glaube, dass unser Schulsystem dann in 20 Jahren ohne jeden grosses politischen Streit völlig anders - und wesentlich besser - aussähe als heute.

      Möchte kurz noch festhalten, dass ein solches System vielfältiger, selbstbestimmter privater und öffentlicher Schulen einer "Gesamtschule" deren Anhänger ich bin nicht entgegensteht. Man kann nämlich einfach durch eine gesetzliche Auflage für Schulbetreiber festlegen, dass Schulen für 6-14jährige als Gesamtschulen zu führen sind und bei der Aufnahme keine Auslese stattfinden darf, sondern nach Massgabe der Plätze und des Anmeldungszeitpunkts aufzunehmen ist. Sehr viel mehr brauchts gar nicht.

      Vielleicht sieht man anhand dieser zwei Punkte übrigens auch ganz gut, warum ich weder typisch links noch typisch rechts bin...

      Danke für die Frage.

    13. Martin Schimak

      Nein, ich gehe grundsätzlich in den Keller lachen, wie man so schön sagt!-) (Vor Beantwortung dieser Frage musste ich übrigens ausgiebig in den Keller...)

    14. Martin Schimak

      Beside formspring.me? The fact that my children momentarily have chickenpox actually occupies me, some austrian catholics complaining with the public prosecutor about these god cartoons (http://bit.ly/7V4nTv) amuse me, the expectation of having some days off (the silent ones?) excites me!-)

Martin Schimak’s Bio

Vienna, Austria

martin.schimak.at/

Increasingly hopeful.