Die FDP ist ja die Partei mit dem niedrigsten Frauenanteil. Wieso, denkst du, ist das so? Sollte man etwas unternehmen, um etwas daran zu aendern?
Gute Frage. Ich hatte ja mal so den Eindruck, dass viele Frauen einfach von ihrem Wesen her eher zur Staatsgläubigkeit tendieren. Das ist wahrscheinlich eher subjektiv und ich kenne etliche fabelhafte Ausnahmen - aber da in der FDP praktisch nur Inhalte zählen und ich zumindest in den Kreisen, in denen ich mich bewege keinerlei Hinweise auf frauenfeindliches Verhalten erkennen kann, müsste das ja eigentlich damit zu tun haben.
Ein anderer Grund ist wahrscheinlich, dass ein so stark männlicher Haufen auch deutlich weniger anziehend auf Frauen wirken dürfte, als ein besser durchmischter Verein. Das sorgt dann eben dafür, dass sich am Frauenanteil, wenn er nur klein genug ist, auch nicht wirklich etwas ändert.
Bei den JuLis hat mein Kreisverband in dieser Hinsicht übrigens gar kein Problem, was mich sehr freut. Wahrscheinlich treten wir damit selber den Beweis an, dass meine Theorie bezüglich der Inhalte Unsinn ist aber eine bessere ist mir halt auch noch nicht eingefallen...
Aber na klar sollte man grundsätzlich etwas daran ändern! Man kann zum einen bei Gelegenheit auf die aktiven weiblichen Mitglieder verweisen - in Pressemitteilungen beispielsweise - und so zeigen, dass es natürlich Frauen gibt und dass die natürlich genauso etwas zu sagen haben, wie die Kerle.
Und natürlich auch, indem man auf "Frauenthemen" eingeht, wenn sie sich irgendwie anbieten. Das allerdings fällt schwer, wenn man keine aktiven Frauen im Verband hat, schon weil dann die "Antenne" für diese Themen fehlt - trotzdem eine wichtige Strategie.
Was nicht geht, sind natürlich irgendwelche Quotenregelungen. Mit denen wird man aber meines Erachtens auch den Frauen nicht gerecht. Diejenigen, die ich kenne, haben Quoten auch gar nicht nötig.

