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    1. Andreas Bohn

      Nein! Zur Zeit sind wir in Mexico glücklich. Und sollte sich das irgendwann einmal ändern, fallen mir ein paar andere Länder (Frankreich, Kanada) ein, die ich bevorzugen würde. Aber Deutschland? Eher nicht.

    2. Andreas Bohn

      Nein, wenn ich wirklich Angst um die beiden hätte, würden wir gehen. So toll ist es hier dann doch wieder nicht.

      Evelyn ist in der Stadt hier gross geworden, die kennt sich hier aus und kann auf sich selbst aufpasen. Auf Citlali müssen wir halt aufpassen, aber das ist wohl auch in anderen Grossstädten so, nicht nur in mexikanischen.

      Wir denken schon ab und an mal darüber nach, woanders hinzuziehen, das Problem ist einfach, dass die besten Jobs hier im DeEffe sind.

    3. Andreas Bohn

      Das Leben in Puebla kenn' ich nicht.

      Und das Leben im DeEffe ist ein Kapitel für sich. Es ist es halt eine wahnsinnig grosse Stadt, viel los, jede Menge Leute. Es gibt Tage, da mag' ich sie und es gibt Tage, da stehe ich stundenlang im Stau und träume davon, wegzuziehen. Allerdings ist der DeEffe für mich im Moment die einzige Möglichkeit, hier in Mexico zu leben und dafür nehme ich den Moloch in Kauf.

    4. Andreas Bohn

      Nein und nein.

      Ich spreche mit meiner Tochter Deutsch, aber sie antwortet mir (bis auf wenige Ausnahmen) auf Spanisch.

      Die Ausnahmen sind Wörter, die sie nicht auf Spanisch kennt oder wenn sie einen Brgeiff erst auf deutsch kennenlernt, kann es vorkommen, dass sie ihn eine Zeit lang auch in Spanischen Sätzen benutzt, bevor sie ihn durch das spanische Wort ersetzt.

      Die Schule ist ein Thema, über das ich zur Zeit viel nachdenke, im Moment ist sie ja noch im Kindergarten, dort lernt sie ein bischen Englisch, aber in zwei jahren werden wir uns entscheiden müssen, auf welche Schule wir sie schicken. Und das wird wahrscheinlich eine deutschsprachige sein.

    5. Andreas Bohn

      Wir lernten uns in Mexico kennen, ich absolvierte damals ein sechsmonatiges Praktikum in Toluca. Nach dem Praktikum flog ich wieder nach Deutschland zurück, um mein Studium abzuschliessen, Evelyn kam etwa drei Monate danach nach Deutschland um mich zu besuchen und blieb einfach (ganz so einfach war's in Wirklichkeit nicht) da.

      Nach sechs Jahren in Deutschland sind wir dann nach Mexico gezogen, nachdem ich vorher ein Jahr lang vergeblich versucht hatte, in Frankreich einen Job zu bekommen.

      Es ist also eher nicht so, dass ich der Liebe wegen zu Evelyn nach Mexico gezogen bin, vielmehr waren wir beide nicht sehr zufrieden in Deutschland und haben zusammen die Entscheidung getroffen, nach Mexiko zu ziehen.

    6. Andreas Bohn

      Ich darf die Frage kurz aufteilen:

      <b>Glaubst Du Mexiko ist ein guter Ort um Kinder aufzuziehen?</b>

      Eine Frage, die mir auch ab und zu durch den Kopf geht. Ohne bisher wirklich eine befriedigende Antwort gefunden zu haben. Da stellt sich natürlich erstmal die Frage, was einen guten Ort ausmacht. Zunächst natürlich einmal, dass das Kind glücklich ist.

      Ich selbst bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen und war da sehr glücklich, weshalb ich meine Tochter eigentlich viel lieber auch auf dem Land gross werden sehen würde (aufziehen klingt so danach, als müsste man irgendetwas tun, damit sie gross werden, aber nach meiner bisherigen Erfahrung wird sie das von alleine, und das schneller, als mir lieb ist). Meine Frau ist hier im Moloch aufgewachsen und behauptet von sich auch, dass sie eine glückliche Kindheit hatte. Von daher scheint das mit der glücklichen Kindheit wohl weniger von den Randbedingungen abhängig zu sein, viel wichtiger scheint mir da das familiäre Umfeld und das können wir unserem Kind hier genausogut bieten, wie in Europa oder den USA.

      Als nächsten Punkt sehe ich die Möglichkeiten, das Kind auf das spätere Leben vorzubereiten. Auch da sehe ich (zumindest in meiner Situation) keinen Nachteil darin, hier in Mexico zu leben, Citlali wächst zweisprachig auf und wir können uns den Luxus einer Privatschule leisten, sie wird also später selbst entscheiden können, ob sie hier in Mexico bleibt oder zum Beispiel in Europa leben will. Würde sie in Deutschland aufwachsen, hätte sie wohl kaum bessere Aussichten.

      Der dritte Punkt ist die Sicherheit. Das Leben hier in Mexico ist gefährlicher, man muss besser auf sich aufpassen, aber man hat auch mehr Freiheiten. In Deutschland wird jegliches Risiko vom Staat abgefangen, entweder, indem er alles, was ein bischen gefährlich sein könnte, verbietet oder eben durch eine der tausend Sozialkassen absichert. Mir war das auf die Dauer zu teuer, immer nur in diese Kassen einzuzahlen, ich kann hier auswählen, welche Risiken ich absichern will und welche nicht. Bleibt das Risiko der Kriminalität, gerade Entführungen und die Narcos sind ein Thema, welches man sicher nicht ignorieren darf. Wenn die zu gefährlich werden, könnte das für uns ein Grund sein, den Standort zu wechseln.

      <b>Wie erklärst Du ihr die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit? Die Gewaltätigkeit? Die Gesetzlosigkeit?</b>

      Wessen Anspruch an was?

      Gewalttätigkeit und Gesetzlosigkeit gibt es, wenn auch in anderer Form, auch in Europa. Wie erkläre ich einem Kind, weshalb jemand in der U-Bahn aus nichtigem Anlass totgeschlagen wird? Oder dass das Ehrenwort eines Politikers mehr wiegt, als das Gesetz? Früher oder später wird man mit solchen Dingen konfrontiert werden, das gehört leider auch dazu.

    7. Andreas Bohn

      Die ersten paar waren noch witzig, aber auf die Dauer wird diese Art des Trivial Pursuit dann doch langweilig. Such' Dir doch bitte jemand Anderen zum Spielen!

    8. Andreas Bohn
    9. Andreas Bohn
    10. Andreas Bohn
    11. Andreas Bohn
    12. Andreas Bohn
    13. Andreas Bohn

      Da müsste ich ja erstmal definieren, worin sich die beiden Mentalitäten unterscheiden. Und inwiefern ich vorher der deutschen entsprochen habe. Es fallen mir im Moment nur ganz wenige Änderungen meiner Mentalität ein. Z.B. dass ich beim Schlafen nicht mehr ganz so geräuschempfindlich bin wie früher. Insgesamt glaube ich aber, dass meine Mentalität sich kaum verändert hat, insofern bin ich von der Mentalität her wohl noch so deutsch wie früher, die Frage bleibt halt, wie deutsch das letztendlich ist.

    14. Andreas Bohn
    15. Andreas Bohn

      Nein, obwohl ich die Cloud-Technologie faszinierend finde.

      Denn erstens habe ich gar keinen Bedarf an einem so flexiblen System und selbst wenn ich den hätte, käme Deutschland als Standort für meinen Server nicht in Frage.

      Der Grund dafür ist einfach: Da werden von ein paar alten Herren (die meiner Meinung nach keine Ahnung vom Thema haben) Gesetze gemacht, die für mich nur Einschränkungen, aber keinen Nutzen bringen. Das fängt mit der lächerlichen Impressumspflicht an. Ich glaube nicht, dass dadurch irgendeine Straftat verhindert wird. Aber wehe, ich vergesse irgendeine Angabe, dann laufe ich Gefahr mir eine teure Abmahnung einzufangen.

      Vom tollen Kinderporno-Sperren-Gesetz, welches vor einem halben Jahr noch das christliche Abendland vor dem sicheren Untergang bewahren sollte und welches mittlerweile sogar von denen, die es beschlossen haben, nicht mehr gewollt wird, fangen wir besser erst gar nicht an.

      Aus dem Grunde werde ich in einem Land hosten, in denen die Politiker entweder Ahnung haben oder sich aus Themen, die sie nicht verstehen, einfach raushalten.

    16. Andreas Bohn

      Ja bin ich! Dazu gibt es einen detallierten Aktionsplan, der in Kraft tritt, wenn ich zu Hause bin und der Strom für länger als eine Stunde ausfällt. Der sieht folgendermassen aus:

      -Zum Sam's fahren.
      -Stromgenerator kaufen (hab' mir die Teile schon angeschaut und ein für uns passendes Modell ausgesucht).
      -Benzinkanister kaufen.
      -Zur Tankstelle fahren (gleich neben Sam's). Kanister füllen.
      -Nach Hause fahren, Generator auf Dachterasse wuchten, über die enge Treppe fluchen, Generator betanken, anwerfen, Verlängerungskabel (eins für den Kühlschrank, eins für Fernseher/Computer) anschliessen.
      -Alle 10 Minuten testen, ob das Bier im Kühlschrank wieder kalt genug ist.

      Nach unserem letzten Ausfall war ich drauf und dran, mir einen Generator zu kaufen. Wenn jetzt aber der Strom nicht wieder ausfällt, hab' ich hier einen teuren Generator rumstehen, der nix tut ausser alt zu werden. Also kam ich auf obigen Plan. Ich bin nicht wirklich erpicht darauf, ihn in die Tat umzusetzen, aber wenn es sein muss, werde ich darüber berichten. Auf alle Fälle werde ich nicht nochmal den kompletten Inhalt des Gefrierschranks wegwerfen, weil die Herren CfE ihren Arsch nicht hochkriegen.

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